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Rekonstruierte/Experimentelle Kulte

Mittwoch, 23. September 2015

Runenkunde: Das Geheimnis des Offensichtlichen

Runa, das "Geheimnis", wird sie genannt. Und doch liegt ihre Kunde  ganz offen vor uns, wenn wir in der Lage sind das Sichtbare zu (be)greifen. Dieses so offene "Geheimnis" brachte mir der Gott Njödr bei meiner Geistreise zur Rune Raidho mit deutlichen Worten vor. "Wieso wollen immer alle ein Geheimnis hören? Schaut doch hin, was ihr seht!"
Runen wollen mit uns in Bildern und Übertragungen kommunizieren, die ein Jeder begreifen kann, der das Lebendige aus ihren Abstraktionen zu filtern gelernt hat. Freie Assoziation, als divinatorische Technik Runen zu lesen, kann eine Form dieser besonderen Kommunikation sein. Malt euch aus, was ihr in Bezug auf eure Frage in ihnen seht und ihr erhaltet das "Geheimnis". 
Die Bedeutung der Runen ist nicht in ein oder zwei Worten zu greifen. Vielmehr ist sie eine nebulöse Wolke, ein geisterhaftes Feld an alten und neuen Weisheiten. Denn auch im Hier und Jetzt wirken sie fort und erhalten ganz postmoderne Einschläge, die sich in das geheimnisumwobene Gewaber der Vergangenheit einreihen. Man muss darum gedanklich gar nicht in die Vergangenheit gehen, um Runen verstehen zu können. Dabei denke ich zum Beispiel an eine Geistreise, in der ich die Dagaz-Rune in den Sitzachsen einer S-Bahn und an der mit riesigen Lasten beladenen Achse eines LKW. 
Dennoch helfen nebulöse Geisteszustände, wie der Schlaf, auch heute ihre Botschaften zu verstehen. Sofern man noch keine Erfahrung mit aktiv herbeigeführten luziden Träumen hat, sollte man sich einfach eine eineindeutige Frage auf einen Zettel schreiben und diesen unter das Kopfkissen legen oder diese beim Einschlafen in Gedanken behalten.
Doch kommen wir endlich zu der, uns selbst am naheliegendsten, Bedeutung: Dem eigenen NamenAuch er enthält ein oder mehrere "Geheimnisse" (sofern sein Ursprung in einer indoeuropäischen Sprache liegt), gepaart mit einer Bestimmung. Der Name terminiert von Geburt an einige wichtige Eigenschaften ihres Trägers. Es ist immer wieder erstaunlich wie viel von unseren, angeblich so individuellen Wesenszügen, doch sowas Einfaches, wie ein Name auf uns projiziert. Testen kann man das natürlich auch, indem man den Vornamen in Runen ausschreibt und eine nach der Anderen auf ihre Bedeutung in Bezug auf einen Selbst analysiert. Dabei sind, nach wiederholter Aussage von Göttern, der erste und letzte Buchstabe besonders stark von Kraft (und demnach Bedeutung) erfüllt, was ihnen eine amuletthafte Wirkung für ihren Träger gibt.





Quelle:

Arnulf Krause: Reclams Lexikon der germanischen Mythologie und Heldensage, S. 232


Foto:
Raidho aus "Odinsblut" (Johanniskraut) auf einer Edda
Copyright 2015 by  Poeta Immortalis

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