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Rekonstruierte/Experimentelle Kulte

Sonntag, 28. Juni 2015

Götterportrait: Tyr

Wir betreten mit diesem kurzen Portrait die lebendige nordeuropäische Mythenwelt, als deren berühmteste Niederschrift die Edda zu nennen wäre. Bedauerlicherweise hat die recht späte Verschriftlichung, bereits unter einem deutlich christlichen Einfluss, den Göttern auch ein starres Klischeebild verpasst, dass so gar nicht zu der Realität gehören kann.
Allein schon die zahlreichen Namensformen dieses Gottes sprechen seine Sprache und zeugen von Alter und Wandel seiner Kulte. Ob Wargund, Ensbert oder Kutrmir  Kibevey; er ist bei Weitem nicht der übermaskuline Kriegsgott, zu dem er oft gemacht wurde. Als herrschender "guter Riese" und Göttervater wurde er einst im Pantheon einer jägerischen Vorgängerkultur verehrt, lange bevor Odin lebte. Seine schöpferische Kraft ist bis heute unvermindert, auch wenn der Status gelitten hat. Wenngleich degradiert, bewies er dennoch stetig seinen Mut, was ihm schließlich seine Schwerthand an den gebundenen Fenriswolf kostete. 
Doch schon lange vor diesem Fall, galt eine hohe Verehrung der Zweigeschlechtlichkeit des heiligen Ernährers. Denn wie kein anderer Gott, konnte er die Gemeinschaft der Jäger und Krieger, wie die Mutter an der eigenen Brust nähren, mit frischem Blut versorgen und trotzdem neues Wild erzeugen. Demnach hat auch Tyr, ähnlich dem Freyr, Sohn des Njördr, den deutlichen Charakter eines "Herrn der Tiere". Seine Rune Tiwaz selbst trägt einen deutlichen Tierkampfcharakter (zwischen Adler und Schlange); ein Anzeichen dafür, dass die frühen Verehrer des Gottes, der später "Tyr" genannt werden sollte, aus den Steppen Sibiriens stammen. Auf den Wanderungen der einstigen Nomaden könnte "das Auge des Tyr", der Stern Sirius, eine bedeutende Rolle gespielt haben. Er weist strahlend den Männern ihren Weg durch die Nacht, den Waffen ihr Ziel, ist aber auch den Frauen in ihrer Mutterrolle ein wichtiger Schutzherr.
Am  Tage strahlt sein blondes Haar gleich der Sonne. So golden sein Haupt, so reich werden seine Getreuen auch belohnt. Und Manche von ihnen mögen vielleicht schon seine güldenen Glöckchen, wie sie heller nicht klingen können, gehört haben. Drei Schläge kündigen ihn  an, der belehrt, nährt und verzehrt. Er, der Adler und Schlange, als zwiefältiges Raubtier und Beute, zugleich ist.

Dieses Götterportrait und meine Runenkarte bilden meine subjektiven und objektiven Erfahrungen ganz unterschiedlicher Natur mit dieser Gottheit ab. Nicht jeder mag da mit mir übereinstimmen. Darum lade ich euch alle zur regen Diskussion per Kommentarfunktion ein!

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