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Rekonstruierte/Experimentelle Kulte

Montag, 13. April 2015

Die Mitte der Welt - warum wir Equilibrium brauchen

Wir alle agieren und leben durch Kräfte, die in und um uns wirken. Kräfte, die gegensätzlicher nicht sein könnten und so manch inneren oder gar äußeren Konflikt provozieren können, wenn man sie nicht vereinen weiß. Es ist kein Zufall, dass wir uns als Bewohner der sogenannten MITTELWELT allzu oft so zerrissen fühlen. Denn stärker als in sonst einer der drei Weltenebenen, strömen hier die Gegensatzkräfte Bal (assoziiert mit der Farbe rot) und Gor (Farbe: blau), Leben und Tod zusammen, ja prallen buchstäblich aufeinander. Ein Blick in die Zeitung offenbart einem sehr lebhaft dieses Spiel der Kräfte, deren Ball ein Jeder ist, der nicht selbst mit ihnen spielt oder sogar mit ihnen arbeitet.
Der Grund dafür ist der Aufbau der Welten in diesem Multiversum, das ganz grob, worin sich so ziemlich alle menschlichen Kulturen dieser Erde einig sind, in drei Teile untergliedert werden kann (siehe Abbildung oben).

Ich selbst kam des Öfteren bei meinen Geistreisen und meditativen Grenzerfahrungen darauf, dass für mich das Weltenzentrum, wenn ich dort angekommen war, als eine Art Auge über einem dunklen, abyssartigen Abgrund offenbarte durch das grüne Funken (=Dor) sprühten, die durch die Vereinigung von roten (=Bal) und blauen Partikeln (=Gor) entstanden und mir meine Reise auf der Achse eines baumförmigen machtvollen Kraftstroms ermöglichten. Der Weltenbaum verbindet Unterwelt mit Oberwelt und aus deren Zusammentreffen erst entstand die Mittelwelt... Doch was war vor deren Zusammentreffen zwischen dem großen Oben und dem großen Unten? Leere, Schwärze, ein Abgrund, der mich, unter Anderen an die germanische Mythologie, die "Schlund der Urleere"*, Ginnungagap, erinnert. Auch für meine Erfahrung, dass die Mittelwelt aus der Überlappung zweier ursprünglicher Kontrawelten entstanden, gibt es auch noch eine weitere Übereinstimmung mit dem schamanischen Weltbild der Ngadju-Dajak in Südborneo.**

So muss ich schlussfolgern, dass wir alle, als Mitglieder der alltäglichen Mittelwelt, uns in einem Sturm der polaren Gegenkräfte befinden, dem man nur entkommt, wenn man sich mit Hilfe einer Technik der Ekstase in sein Auge versetzt.
Doch im Grunde ist eine Weltenflucht gar nicht nötig, sofern man nicht gegen die Kräfte ankämpft, die einen umtreiben. Eine Harmonisierung und Vereinigung der inneren und äußeren Kräfte Bal und Gor, schafft den Ausgleich und damit einen Zustand des Einklangs mit dem Sturm. Dor entsteht und damit kommen wir dem Sinn unserer Weltenebene ein Stück näher: Aus dem blind wütenden Sturm des Chaos, ein klar sehendes Auge zu machen! 

Der daraus entstehende Zustand heißt Equilibrium und meint einen Optimalzustand, in dem so ziemlich alles möglich werden kann, denn er ist ein Abbild des Schöpfungszustandes, in dem sich sonst nur die Götter befinden. 
Von diesem Ur-Sein sind wir allerdings noch weit entfernt. Denn wir leben wie im Traum eines Traumes von einem Traum (usw.) und erschaffen uns durch Selbstbetrug und fremde Illusionen, die wir als wahr akzeptieren, neue Träume. Es ist Zeit zu realisieren, wo wir eigentlich stehen. Lasst uns bewusst zur Mitte gehen!



* Zitat Krause 2010, S.87
** siehe Eliade 1975, S.272



Ein paar praktische Möglichkeiten Equilibrium herzustellen:


Quellen:

Eliade 1975: Mircea Eliade, Schamanismus und archaische Extasetechnik, Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft 126, Frankfurt am Main 1975

Krause 2010:  Arnulf Krause, Reclams Lexikon der germanischen Mythologie und Heldensage, Stuttgart 2010

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