NebelALLraunen ist...

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Rekonstruierte/Experimentelle Kulte

Donnerstag, 26. März 2015

Die wilde Jagd vom Galgenberg - eine moderne Sage


Auf dem Galgenberg bei Laucha trug sich eines Winterabends ein geisterhaftes Treiben zu. Ein junger Bursche hatte sich an seinem Lieblingsort am Waldesrand niedergelassen, um der einbrechenden Dämmerung im schönen Unstruttal beizuwohnen. Trotz dunkler Jahreszeit, war es doch sehr mild und kein Frost war zu sehen. Da saß er und schaute, sah den letzten Sonnenstrahl am Hügelhorizont verglühen. Die letzte Rebe verschwand gerade im ersten Dunkel der Nacht, da erhob sich ein eisiger Wind, aus dem Walde, zu seinem Rücken. Der Junge fuhr herum, fröstelte und schaute. Doch nichts war zu sehen. Wieder erhob sich ein Wind mit Sausen und Tosen. Es schauderte ihm furchtbar. Da hörte er Rufe, Pferdeschnauben, ein geisterhaftes Wiehern. Ganz still wurde es um sein Gemüt. Der Wind fegte stärker den Berg hinab. Rufe und das Schlagen von Hufen kamen näher. Schüsse, wie von Flinten und Hundegebell war zu hören. Still saß der Junge und lauschte dem Treiben. Er schaute und sah kein lebendes Wesen. Nur die dürren Skelettfinger der Bäume schwangen drohend im Wind. Da wurde die Nacht verschlungen und Nebelschwaden drangen aus dem Geäst, umschlossen ihn mit kalter, klammer Hand. Ganz verloren war es um ihn und das Lärmen fand kein Ende. Gestalten formten sich aus Wasser und Luft. Ein verwegen blickender Mann, wie ein Dieb, erschien im Nebel. Er rannte davon, von tiefer Panik ergriffen. Und auch das Herz des jungen Burschen raste. Hirsche, Hasen und wilde Schweine zogen rasend vorbei. Dreimal huschte es laut. Schüsse, Trommeln und Rattern kamen näher. Da erblickte er die rasselnde, schellende Reiterschar und schon schoss sie so dicht an ihm vorbei, dass er den Atem der Rappen spüren konnte, der auf seiner Haut gefror. Auf den Pferden saßen Männer, wie Reisende durch die Zeit. Bärtige Männer mit langen Haaren, schwer mit glänzendem Schmuck behangenen Röcken, wild gebärdend, mit Speer und Schild, Männer mit Schwertern, aber auch Soldaten in dunkelblauen Uniformen, mit alten Gewehren und eckigen Taschen. Ihre Schreie und das Lärmen gellten in den Ohren. Allen voran auf einem Schimmel jedoch, zog eine strahlende Frau, schön gerundet, wohlgeformt, mit langem Haar, das ganz zaus im Wind flatterte, wehte wie Bänder von Gold und Silber. Mütterlichkeit, aber auch Zorn standen in ihrem Gesicht. Da staunte der Junge und fragte sich, wer die Herrin einer solchen Geisterjagd wohl sei. „Die Holle“, tönte es in seinem Kopf, wie flüsternde Kinderstimmen. Er sah Sie, wie im Traum und doch so wahr, rufen, mit Schrot dann schießen, gefolgt von der kalten Schar. Die weiße Holle zog vorbei. Mit ihr zog der Nebel, zog der Wind und die ganze Jagd. Langsam wurden die weißen Schleier dünner und verwoben sich mit der Schwärze der Nacht. Da berührte der Schein des Mondes wieder die Haut des Jungen. Endlich sah er wieder. „Endlich!“ Doch immer noch tobte und toste es. So erhob sich der Bursche, ließ sich von Vater Mani nach Hause geleiten.

Nach einer wahren Begebenheit...

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