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Rekonstruierte/Experimentelle Kulte

Dienstag, 10. März 2015

Das Ischtar-Tor von Babylon und seine Berliner Rekonstruktion (Teil 1)


Das Ischtar-Tor ist ein Monument, das nicht nur zu Zeiten seines Bestehens in Babylon ein wahresWunderwerk darstellte, sondern auch heute noch im Berliner Pergamonmuseum zu sehen ist. Archäologisch und konservatorisch wurde an ihm eine wahre Meisterleistung vollbracht, die bis dato unübertroffen bleibt. Dieses „Wiedererstehungswunder“, sowie die beeindruckende Präsentation, hat Berlin einer ganzen Reihe von Forschern und Restauratoren, angefangen mit dem deutschen Architekten und Ausgräber Robert Koldewey, sowie dem Anthroposophen Walter Andrae, zu verdanken. Die Reste Babylons, einer damals überaus bedeutenden Stadt am mittleren Euphrat, sind 90 Kilometer südlich des heutigen Bagdad zu finden. Historisch gesehen, war die antike Stadt das administrative Zentrum einer Region, die Orte, wie Kutha, Borsippa, Kish, Sippar und Jemdet Nasr. Das Ischtar-Tor war eines, der insgesamt acht Tore Babylons, die allesamt fest in den kultischen Kalender der Metropole integriert waren. Es handelte sich um Tore, durch die die Prozessionszüge aus den umliegenden Heiligtümern zu wichtigen rituellen Terminen, wie dem Neujahrsfest, einzogen,  um zum jeweilgen Ort der Feierlichkeiten zu gelangen. In diesem Kontext bestand, neben der aufgehenden Torarchitektur, selbstverständlich auch eine ganze Anzahl von Prozessionswegen. Als das Größte und Bedeutenste, besaß das Tor der Ischtar auch eine ebenso herausragende und architektonisch betonte Prozessionsstraße, die in den Stadtbeschreibungen Nebukadnezars II. unter dem Namen „Aîbuŝâbum“ überliefert ist.
Baulich gehört die in Berlin rekonstruierte Situation des Ischtar-Tores in die Zeit ebendiesen Königs des späten assyrischen Reiches, der es vergrößern und mit neuen, bunt glasierten Ziegeln ausstatten ließ. Die monumentale Keilschriftinschrift des blau strahlenden Gebäudes datiert es selbst in das Jahr 17 des Nabukinapli, also etwa dem Jahr 900 unserer Zeitrechnung. Nebukadnezars Erneuerungsbestrebungen bezogen sich jedoch nicht nur auf dieses eine Gebäude, sondern auf annähernd das gesamte Babylon. Es entstanden neue Palastbauten, Tempel, Mauern und Prozessionswege. Eine wahre Blüte der Kunst und Architektur zeigte sich. Doch leider blieb es die letzte Blüte des Assyrischen Reiches.

Zu Teil 2


Bild:
Marduk-Schlangendrache "mušḫuššu" von Poeta Immortalis 2015
  
Quellen:

Crüsemann, Nicola: Sammlungsformierung durch Grabungen (1899 - 1917), In: Vorderasiatisches
Museum Berlin, Geschichte und Geschichten zum hundertjährigen Bestehen, Berlin 2000, S. 9 - 10

Crüsemann, Nicola: Der Plan eines großen vorderasiatischen Museums, In: Vorderasiatisches
Museum Berlin, Geschichte und Geschichten zum hundertjährigen Bestehen, Berlin 2000, S. 11 -
12

Lutz-Ruoff, Elfriede: Die Schlangendrachen am Iŝtartor zu Babylon, Eine motivgeschichtliche
Untersuchung, Tübingen 1986, S. 6, 7

Musa, Maryam U., The Situation of the Babylon Archaeological Site until 2006, In: von Cancik-
Kirschbaum, Eva; van Ess, Margarete; Marzahn, Joachim (Hrsg.): Babylon, Wissenskultur in
Orient und Okzident, Berlin 2011, S. 19

Unger, Eckhard: Babylon, Die heilige Stadt nach den Beschreibungen der Babylonier, Leipzig
1931, S. 70, 111

http://biographien.kulturimpuls.org/detail.php?&id=22


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