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Rekonstruierte/Experimentelle Kulte

Sonntag, 8. Februar 2015

Die mythomagische Personifikation

Kinder wissen intuitiv, wie man sich 
der Kraft eines Egregors1 bemächtigt. Zum Beispiel mit Sätzen, wie "Ich bin Superman!", verbunden mit einer tiefen inneren Überzeugung und jede Menge Schauspiel. Urplötzlich ist das Kind der festen Überzeugung herausragende Kräfte zu besitzen und je nach dem Egregor, dem es sich bemächtigt, ist seine Kraft tatsächlich größer, als zuvor, wenn auch nicht in dem herbeigewünschten Ausmaß. Sympathiemagie, die Magie der Ähnlichkeit wirkt. Mal mehr, mal weniger und überträgt Kräfte und Eigenschaften.
Ganz ähnlich kann man auch die Kraft einer Gottheit oder eines mythischen Helden aus grauen Vorzeiten teilweise, oder im Idealfall ganz, erlangen. Alles, was dazu zu tun ist, ist eine erfolgreiche Verkleidung und Selbstinszenierung, verbunden mit eindeutigen Willenssätzen, die am Besten aus dem Mythos oder der Heldenerzählung selbst stammen oder daran angelehnt sein sollten. Umso mehr Ähnlichkeit, desto besser! Kinder führen hier nur intuitiv Handlungen annähernd richtig aus, die in polytheistischen Kulturen in Form von Mythenspielen, sowie bei Erfolgsmagie und Exorzismen Gang und Gäbe waren. Zu Recht! Denn die Wirkung ist mehr als einschlägig!
Es sollte euch allerdings bewusst sein, dass die Wesenheit, die personifiziert wird, auch in den mythomagischen Spieler invoziert wird und ggf. freundlich und mit Opfergaben gebeten werden sollte den Körper nach erfolgtem Zauber zu verlassen. 

Das braucht ihr zur Umsetzung:
  • Eine Zielstellung, die der Personifikationszauber erreichen soll
  • Einen Mythos/eine Heldensage/eine Geschichte
  • viel Kreativität und Bastelmaterialien für Verkleidungen und Masken
  • ggf. musikalische Untermalung, um die richtige Stimmung zu erzeugen
  • Geräusch- und Effektinstrumente zur Tatenuntermalung des "Helden"

Das Ritual: Mythomagische Personifikation 

Der mythomagische Spieler verkleidet sich ggf. und bereitet seine Rolle möglichst durch Auswendiglernen vor. Das Zielobjekt oder die Zielperson(en) werden in Position gebracht und ein theaterhafter Aufbau vorgenommen um höchste Wirkkraft zu gewährleisten. Die Musik beginnt und mit ihr das Spiel...

  1. Der mythomagische Spieler invoziert mit Hilfe von Formeln und Reden über seine Person, Machtvielfalt und Kräfte die Wesenheit. Dabei versucht er diesen Kräfte, sowie die Persönlichkeit der Wesenheit aufs Heftigste durch Gesten, Tänze und Grimassen und Geräusche Ausdruck zu verleihen und kann sich darein gerne bis ins Ekstatische steigern.
  2. Das Publikum und die zu bezaubernden Personen können und sollen sich ruhig beeindruckt oder gar eingeschüchtertzeigen, sowie Tribut zollen. Lachen ist nur erlaubt, sofern es der Rolle des Helden dienlich ist.
  3. Der mythomagische Spieler nennt das Ziel, bzw. den Feind und schmäht/verlacht dessen Macht und Kraft aufs Äußerste.
  4. Der mythomagische Spieler rezitiert die magische Wirkformel/den Willenssatz und untermalt ihn durch Laute und Kampfgebärden, sofern dies passend erscheint (z. B. Donnern, Windgetöse, gespielte Schwerthiebe)
  5. Der mythomagische Spieler und/oder das Publikum formulieren das erwünschte Ergebnis in großer Ausführlichkeit, umspielen und bejubeln es ausgelassen.
  6. Eventuell kann eine Art Siegeszug und Festgelage durch alle Teilnehmer gefeiert werden. Die mythomagische Personifikation hat erfolgreich gewirkt.


1 Egregor: Ist in der westlichen Magie eine Art Gemeinschaftsgeist. Er entsteht durch gemeinsame Gedanken oder einen gemeinschaftlichen Bezug mehrerer oder gar vieler Menschen auf eine Geschichte, ein Paradigma oder Objekt. Die daraus resultierende Wesenheit kann frei und in eigenen Willen agieren, seine Existenz ist jedoch maßgeblich von einer ihn nährenden Personengruppe abhängig, die das Wesen eines solchen Geistes bewusst oder unbewusst formt.




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Bild: Illustration von Poeta Immortalis 2015

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