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Rekonstruierte/Experimentelle Kulte

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Sprechende Bilder: Ein Weg allein führt nicht zum Ziel





"Uno itinere non potest perveniri ad tam grande secretum" (1) formulierte Quintus Aurelius Symmachus in seinem dritten "Bericht" im Jahre 384 und stellte in mit diesen Worten klar einen Kontrast zum aufkommenden christlichen Monotheismus auf. Denn Polytheismen sind seit Alters her Lehren der Weisheit und der Wissenschaft von den Göttern, bei denen viele Wege zu höherer Erkenntnis gelangen. Dagegen stehen die abrahamitischen Religionen mit ihrer Ablehnung der Wissenschaften und dem Fußen auf Glauben in der Tradition spätantiker, orientalischer Mysterienkulte. 
Gerade die Römer vertraten eine große Toleranz gegenüber fremden Religionen, ja nahmen gerne auch fremdländische Kulte selbst an, sofern sie nicht krimineller Natur waren oder sich gegen den Aparat des Staates richteten, so wie das frühe Christentum, das sich selbst so seine Verfolgung einbrachte. Der, hier zitierte, Symmachus vertrat gar die überaus tolerante Meinung, dass sich göttliche Wesen im Laufe der Zeitalter auf unterschiedlichste Art und Weise und diversen Kulten offenbart hätten und somit jeder Kult und jede Religion einen Anteil der großen Wahrheit um die Götter in sich trage... 
Und das Christentum entstand nicht aus dem Nichts... seine frühen Rituale, seine Kunst und schlicht alles mit dem es sich schmückt, sind fremde Federn, die es zumeist aus anderen Mysterien, wie dem um Mithras, Isis und Osiris aufgriff. So sind berühmte Darstellungsweisen des Christentums alles andere als christlich... weshalb an dieser Stelle die Existenzfähigkeit der Christentümer ohne "Heiden" und neuplatonische Philosophen, die ebenso polytheistisch waren, stark angezweifelt werden muss. 
Dennoch fodert dieser unlogisch fußende "Glaube" im Monotheismus ein ganzes Stück an Intoleranz, das sich besonders in der Spätantike mit aller Gewalt zeigte. So wurden in Massen Tempel, heilige Stätte, Bäume und heilige Haine niedergebrannt, zerstört und als Triumpfzeichen mit christlichen Kirchen überbaut, um jede Fortführung alter Riten zu unterbinden und bewusst Vergessen zu streuen. Alte Elemente wurden assimiliert und in "Interpretatio Christiana"(2) umgedeutet, ja ganz gezielt verfälscht. Dabei ist es kein Zufall, dass an den wichtigsten heidnischen Kultstätten, sofern möglich, auch wichtige christliche Kirchen entstanden. So wurde ganz dreist das Tammuz-Heiligtum in Bethlehem, ein uraltes Höhlenheiligtum, mit einer Jesu-Geburtskirche überbaut. Dabei war das Leben des vermeintlichen Propheten weitestgehend unbekannt und die Geschichte seiner Geburt sicherlich kein tatsächliches Ereignis, sondern eher eine nachträgliche Aufwertung. Tammuz ist lustigerweise ein Gott sumerischer Herkunft, von dem vermutlich der Hauptteil der stark symbolbehafteten Jesusgeschichte abgekupfert worden ist. Als guter Hirte war er bekannt, jedoch als Gott der Natur, der Vegetation und Tiere. Ein halbes Jahr durfte er auf Erden herrschen, zyklisch Fruchtbarkeit und Wohlstand bringen, als Sonne des Ostens erscheinen. Die zweite Hälfte musste er in der Unterwelt verweilen, zur einstigen Rettung seiner geliebten Inanna vor Ereshkigal. So gab es um Tammuz/Dumzi ein großes Klagefest und taumelnde Feiern voll Lust zu seiner Wiederauferstehung.
Möge er ewiglich und immer neu erstehen!

Quelle:
Alexander Demandt: Die Spätantike, Römische Geschichte von Diocletian bis Justinian, 284-565 n. Chr., München 1983, S. 414 - 430

Zitate:
1 Alexander Demandt: Die Spätantike, Römische Geschichte von Diocletian bis Justinian, 284-565 n. Chr., München 1983, S. 415
2 Alexander Demandt: Die Spätantike, Römische Geschichte von Diocletian bis Justinian, 284-565 n. Chr., München 1983, S. 429

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