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Rekonstruierte/Experimentelle Kulte

Dienstag, 21. Oktober 2014

Kommentar: Fritzlar und der Heidenlärm

Mit Sicherheit bin ich nicht der Erste und nicht der Letzte, der etwas, zu dem so künstlich aufgebauschten, Thema des Vandalismus am Bonifatiusdenkmal (2014) in Fritzlar schreibt. Aber es geht mir gar nicht darum hier wiederzukäuen, was Andere bereits tausendfach ausdiskutiert haben... Viele unsinnige Debatten wurden geführt, mit dem Ergebnis, dass man keine Ahnung habe, aus welchem Kontext der Täter komme, außer der möglichen Parallele zur Beschmutzung der Externsteine. Ein wirklicher Verehrer der alten Götter und der Natur hätte mit Sicherheit einen solch heiligen Ort nicht geschändet... schon gar nicht mit Lackspray...  Unwissen, Unverständnis und blinde Angst stehen im Gesicht der krakeeleneden Medien.

Wem es vielleicht noch nicht aufgefallen sollte: Unter das Begriffsmonster des Paganismus fallen solche Unmengen an einzelnen Richtungen mit noch abermillionenfachen kleinen und großen Gruppierungen, ja, nie gezählten Einzelpersonen, dass man auf keinen Fall allgemein über diesen urteilen kann, sofern man sich nicht auf die an einer Hand abzählbaren Ähnlichkeiten bezieht.

Trotz dieser Unähnlichkeit, die weitaus größer ist, als die zwischen Judentum, Christentum und Islam, können wir uns vertragen und einen, wenn wir doch alle völlig unabhängig von einander agieren.
 

Mir persönlich sieht es nach einem Täter ohne wirklichen paganen Hintergrund aus, der vielleicht mal etwas von Germanen gehört hat, daraufhin oberflächliche Sympathie empfunden  und sich nun derart von dem Bonifatiusdenkmal provoziert gefühlt hat, dass die Lackfarbe her musste... 
Bestenfalls könnte ein möglicher Täter etwas  mit rechts angehauchtem Odinismus zu tun haben und das Rot im Kontext des Blotens sehen... 
Das Rot drückt lustigerweise auch ein Konzept aus, dem meiner Überzeugung nach mit mehr Gor, mit mehr weiblicher Energie, in der westlichen Welt, entgegengewirkt werden muss, damit es zu einem Ausgleich der Kräfte kommen kann.
Von Ausgleich, Equilibrium und angemessenem Verhalten hat der Täter offensichtlich noch nie etwas gehört.
Ein Armutszeugnis, bei dem echte moderne Heiden nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen können... 

Gerade WIR versuchen doch schon immer NICHT, WIE BONIFATIUS ZU SEIN! Ich fühle mich jedenfalls nicht als Axt im heiligen Hain, sondern als Erbauer neuer, natürlicher Heiligtümer, als Schöpfer einer Subkultur und Beleber alten Wissens.
Schlimm genug, dass Abrahamiten sich wegen jeder Kleinigkeit in ihren Glauben verletzt fühlen... Solche Schwäche an Verstandes- und Willenskraft sei nicht unser Eigen!

Die Überbauung zerstörter Tempel, hochheiliger Bäume und Quellen mit christlichen Kirchen als offenes Zeichen des Sieges einer, der einst dem Bibelwort entsprechenden, intoleranten Religion, ist in Europa Geschichte und in Drittweltländern Gegenwart. Die Unterbindung unbekannter spirituellen Verrichtung sollte erreicht werden. Offenbar ohne Erfolg. 

Ich finde, allein dieser Fakt, sollte uns, egal aus welcher paganen Richtung wir stammen, sehr gelassen und ausgeglichen werden lassen! Nichts und niemand kann uns unsere Götter, unsere Kräfte und Spiritualität nehmen: Denn solange es irgendwo Natur gibt, solange es in uns klare Geister gibt, solange können wir alles jederzeit wiedererwecken, das in schweren Zeiten schlief. Nichts ist verloren.

Und darum ist es schlichtweg unsinnig ein totes Denkmal eines unehrenhaften Mannes, der erst eine Axt brauchte, um Aufsehen zu erregen, in irgendeiner Form zu schädigen! 
Wer hier ebenso vorgehen muss, kann nur bedauert werden...



Quellen:

Alexander Demandt: Die Spätantike, Römische Geschichte von Diocletian bis Justinian, 284-565 n. Chr., München 1983, S. 428, 429






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