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Rekonstruierte/Experimentelle Kulte

Dienstag, 17. Juni 2014

Zur Ernähung: Opfer und Gegenopfer statt Selbstentziehung

Wieder einmal bringt mich ein etwas provokanter Beitrag auf Facebook zum Schmunzeln. Dargebracht wurde ein Zitat des US-Schauspielers Peter Dinklage, indem er seine vegane Ideologie damit begründet, dass er Tiere mag und weder sie selbst verletzen, noch jemanden bitten würde sie für ihn zu verletzen. So weit so gut... Untertitelt ist das Ganze von PETA USA unter Anfügung eines Abschreckungsvideos. Missionierung also.


Meine persönliche Meinung dazu:

Ich mag ebenso alle Tiere. Aber auch Pflanzen, Kristalle und viele andere Wesen, sehe jedoch die Notwendigkeit des Opfers, um die Kreisläufe in Gang zu halten und Equilibrium zu schaffen. Eines Tages werde ich ihrer aller Gegenopfer, als mein letztes Opfer, und selbst Nahrung sein. Liebend gerne gebe ich auch zuvor so viel an die Tiere, Pflanzen und all die anderen Wesen zurück, wie ich nur kann. Und es ist mir eine Ehre diese enge Verbindung des Opfers und Gegenopfers, ja der fleischlichen Verbindung, mit Tieren eingehen zu dürfen, die ich sehr gerne, sofern möglich, auch persönlich praktizieren möchte, um selbst das Leiden minimieren und den positiven Gegeneffekt für die betreffenden Wesen maximieren zu können, auch wenn Leiden unvermeidlich mit dem Leben verbunden ist.

Was Veganer versuchen, ist sich dem Kreislauf des Leidens und damit dem Kreislauf des Lebens zu entziehen. Das ist unmöglich, solange man lebt, da man irgendetwas essen muss, das wiederum IMMER zwangsweise Leiden verursacht. Vertraut man den indischen Jainas, so ist selbst das Wasser belebt. Etwas die Lebens- und Leidensfähigkeit abzuerkennen, lässt es nicht weniger leiden, sondern tendentiell sogar mehr, da es erkennen muss nicht als Lebewesen anerkannt worden und damit gedemütigt worden zu sein. Veganer mögen sicherlich mit der Anerkennung der Tiere als leidensfähige Wesen einen Schritt weiter sein, als viele andere Menschen, glauben aber fälschlicherweise offenbar an dieser Stelle schon am Ziel, an einer absoluten Wahrheit angekommen zu sein. Doch im Eigentlichen ist ein Ende gar nicht abzusehen, wo das Leiden aufhören könnte... und wenn man sich doch als so offen und mitfühlend gibt, so sollte man wenigstens auch dafür bereit sein den Weg des Lebens und des Leidens weiter zu gehen bis zum einen oder anderen bitteren Ende, das doch nur ein erneuter Anfang und allein der Schritt an sich eine Illusion. IST. 

Und da der Veganer TIER NICHT ISST, IST er somit NICHT TIER, was ich dagegen zugebenermaßen sehr gerne bin...


Eine Form des Opfers, das man zurückgeben kann, ist, vor oder während des Essens, den Geistern der Wesen, deren Leiber man verspeist zu danken, ihnen Kraft und Führung im Jenseits zu geben. Dies kann man in Form von Willenssätzen bzw. kleinen Gebeten tun.

Eine noch wichtigere Ehrerbietung, die nun wirklich jeder den Geistern seiner Nahrung gewähren kann, ist eine ehrenvolle, schön anzusehende und schmackhafte Zubereitung. Fastfood fällt da völlig raus...

Wer das Ganze noch weiter treiben will, kann sich natürlich auch durch eine Geistreise zu seiner aktuellen Nahrung eine weitaus tiefere und noch viel ehrenhaftere Verbindung eingehen und deren Geister direkt fragen, was sie als Gegenleistung wollen. So wurden auch in Schamanentümern Tiere von dem jeweiligen "Herrn der Tiere" durch Opfer erkauft. Dies geschah in aller Regel vor der Jagd, konnte aber auch ebenso nachträglich ausgeführt werden, um nicht den Zorn der Geister zu provozieren.


Quellen:

Piers Vitebsky: Schamanismus, Reisen der Seele, Magische Kräfte, Ekstase und Heilung, Köln 2001, S. 32.

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