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Rekonstruierte/Experimentelle Kulte

Sonntag, 4. Mai 2014

Entwicklung der Schiffsmodelle im Mittleren Reich

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Als Fortsetzung meiner Abfassungen über die ägptischen Schiffsmodelle soll nun eine kleine Chronologie und Entwicklungsgeschichte dieser herausragenden Fundgattung folgen:


In der ersten Zwischenzeit ließ die anhaltende Unsicherheit zu Lebzeiten die Kemeter Schutz im Jenseits suchen. Dadurch verbreiteten sich preiswertere Nachahmungen königlicher Ausstattung unter der Bevölkerung, beginnend mit der Oberschicht. Dies führte zu Beginn des Mittleren Reiches mit zunehmenden Wohlstand der Bevölkerung zur schrittweisen Ausweitung und der qualitaiven Verbesserung des Dienerfigurenreportoires, wobei sich die Schiffsmodelle als besonders bedeutend herausstellten.
In großer Anzahl entstanden Schiffsmodelle im Bereich der Gauhauptstädte. Besonders Theben, Asyut, Meir, El Bersheh, Beni Hassan und Sedment traten durch große Produktionen hervor. In der 11. Dynastie war die Ausarbeitung und Kunstfertigkeit der Modelle im thebanischen Bereich besonders weit vorangeschritten. Hervorstechend waren in Anzahl und Qualität ebenso die südägyptische Gegend um Qubbet el-Hawa, sowie den neuen royalen Nekropolen der 12. Dynastie in Lisht, Lahun und Memphis. Die größte Anzahl von Funden ägyptischer Schiffsmodelle gab es bis zur Zeit Sesostris des II. und III. bei zeitgleich einsetzender Limitierung der Dienerfigurenausstattung auf wenige Orte im Umfeld mächtiger Gaufürsten. Diese Entwicklung stand im engen Zusammenhang mit dem aufstrebenden Osiriskult, der erstmalig in der 12. Dyn. einen großen Sieg und Bevorzugung errang. Die Tendenz des Wegfalls großer Teile der Schiffsmodellbeigaben und anderer Dienerfigurengruppen entstand aus dem, nun dominierenden Kult, deren Ausrichtung sich weniger auf materielle Hinterlassenschaften richtete, ja sogar zu einem Wegfall ebendieser führte. Es war von nun an nicht mehr ein Prileg, dass Dienerfiguren die jenseitigen Arbeiten für den Grabherrn übernahmen. Ab der 13. Dynastie ebbte dadurch die einstige Flut an Schiffsmodellen stark ab, was sich deutlich im archäologischen Befund zeigt.


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Quellen:

Aldred, C., Middle Kingdom Art in Ancient Egypt, 2300 – 1590 BC, London 1950, S. 3 - 25.
Tooley, A. M. J., Egyptian Models and Scenes, Haverfordwest 1995, S. 12, 13, 56.





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