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Rekonstruierte/Experimentelle Kulte

Freitag, 23. Mai 2014

Das pagane Gebet



Nicht nur im Monotheismus, nein auch im Polytheismus spielt das Gebet eine wichtige Rolle. Im Folgenden soll ein allgemeines Muster vorgestellt werden, wie man sich selbst so ein paganes Gebet zusammenbasteln kann.

Doch zu Allererst: Was ist eigentlich ein Gebet? 
Ein Gebet ist generell erstmal eine sakrale Bittstellung an eine oder mehrere besondere Entitäten.
Dabei können wir also darum ersuchen, dass unsere Wünsche von Gottheiten erfüllt werden.
Solch eine Bitte sollte nach gewissen Normen ablaufen, die von den Göttern akzeptiert werden, damit es nicht zu unschönen, unerwünschten Konsequenzen kommt. Denn ein falsch ausgeführtes Gebet kann womöglich sogar einzelne Götter, die dafür bekannt sind, in Zorn versetzen, ja es könnte sogar dem Equilibrium durch ungeschickte, unschöne Wortwahl entgegengewirkt werden, was letztlich auch wieder auf einen selbst zurückfallen würde. Gerade unsere indoeuropäischen Vorfahren waren auf die exakte und rechte Ausführung von Ritualen, sowie Formulierung bedacht, aus deren Tradition auch das Gebet hervorgeht. Das heißt auch, dass wir im Kult den Göttern unsere rechte und damit lichte und glückbringende Körperseite zuwenden und Aktionen, die mit einer Hand auszuführen sind, mit eben dieser rechten Hand ausführen. 
Wollt ihr jedoch zu Toten, mit dem Tod verbundenen oder feinstofflich energieziehenden, kalten Wesenheiten beten, so nutzt stets die linke Körperseite, sowie linke Hand. Eine weitere bekannte Funktion der Magie der linken Körperseite ist die Nutzung für Bannungen oder Flüche.
Diese Körperseitenbeseitzung ist eine uralte sympathiemagische Verbindung, die auf der magischen Praxis annähernd aller Völker der Welt über tausende von Jahren beruht, weshalb wir sie nicht ignorieren sollten. Mit aktuellen oder vergangenen politischen Richtungen hat solch eine Einteilung absolut nichts zu tun und muss in der Bewertung klar hiervon abgetennt werden, auch wenn möglicherweise indirekte Verbindungen bestehen mögen. Ich empfehle die Nutzung des traditionellen Körperseitensystems, besonders wenn es um alte Wesenheiten geht, die genau das erwarten. Auch in meiner magischen Praxis hat sich die Weiterführung jenes Systems sehr bewährt.
Falls ihr euch unsicher sein solltet, welche Körperseite ihr nehmen sollt, fragt am Besten die Wesenheit, für die ihr agieren wollt!


Das Modell zum paganen Gebet

Bevor ihr anfangt euer persönliches oder anlassgemäßes paganes Gebet zusammenzustellen solltet ihr einige Vorbereitungen treffen: Reinigt euch und den Ort der Praxis mindestens rituell, entzündet eine Kerze oder ein Feuer, als ein seit Alters her heiliges und reinigendes Götterlicht, sowie Portal zur Anderswelt  und stellt dieses zusammen mit ein paar Opfergaben vor euch auf. Zusätzlich können Symbole/Zeichen der anzusprechenden Wesenheiten aufgestellt werden.
So sollte euer eigenes Gebet zusammengesetzt werden:
  1. Anrede der Gottheit/Wesenheit(en) z.B. "Ich bete zu dir/euch [Name der Gottheit/Wesenheit] (,[Name der Gottheit/Wesenheit] und [Name der Gottheit/Wesenheit]) ,..."
  2. Mythologische/historische Ehrenumschreibung oder persönliche Erlebnisse mit der Gottheit/Wesenheit (am Besten je Wesenheit 3 Verse) z.B. "Herr von Ewigkeit, der du wohnst in der heiligen Höhle von Rosetau, du Vertreiber dunkler Träume,..."  - die Eigenschaften, Erlebnisse und Umschreibungen sollten am Besten einen Bezug zum persönlichen Wunsch haben!
  3. Unterbreitung einer Gabe/eines Opfers an die Gottheit/Wesenheit z.B. "... nimm dieses Rauchopfer, voll von Reinheit..." - das optimale Opfer besteht aus Libation (=Trankopfer), Speiseopfer und Rauchopfer
  4. Bitte/Wunsch an die Gottheit/Wesenheit z.B. Gib mir Schutz vor furchterregenden Träumen,...
  5. Anbieten eines oder mehrerer weiterer Opfer im Falle des Erfolgs z.B. "... so werde ich dir jeden Abend ein Rauchopfer darbringen." - dieser letzte Punkt regt die Wesenheit etwas stärker dazu an euren Wünschen Folge zu leisten, kann jedoch auch weggelassen werden, wenn euer einmaliges Opfer schon zur Gegengabe führt





Quelle
Ceisiwr Serith: Deep Ancestors, Practicing the Religion of the Proto-Indo-Europeans, S. 88 - 91.




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