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Rekonstruierte/Experimentelle Kulte

Samstag, 5. April 2014

Ma'at als Schlüssel einer Kultur(r)evolution

"Der Lohn des Handelnden, liegt darin, dass für ihn gehandelt wird. Das halten die Götter für Ma'at." 
[(1) Inschrift des Neferhotep, Ägypten 13. Dyn.]

Meine Idee ist es neue, und doch eigentlich alte, längst vergessene Gedanken zur aktuellen Situation, zu den Missständen dieser Welt, aufzuzeigen. Dies sei dabei eine Anregung für eigene Gedanken und kein Dogma.
Dazu möchte ich mich auf Ma'at (Prinzip und Göttin zugleich) berufen, sowie dieses uralte Prinzip im Folgenden mit Aktualität untermauern. Es ist Zeit jenseits der gewohnten Grenzen zu denken, die uns immer wieder einengen! Es ist Zeit für die zu handeln, die selbst für uns handeln und gegen die, die dasselbe mehr schlecht als recht vorgeben zu tun! Ma'at heißt für einander handeln, handeln für eine bessere Welt, für einen vertikalen Ausgleich in Zeit und Raum! Stets wird uns vorgehalten wir wären gleich. Doch wir sind besonders denen gleich, die glauben das Recht zu haben über uns zu stehen, obwohl kein Recht und keine Ordnung, keiner von ihnen sich für uns einsetzt! Das wäre es, was eine funktionierende Gesellschaft, einen funktionierenden Staat ausmachen würde: Dass jeder für den Anderen und insbesondere den Schwächeren und Missbegünstigten handelt! Das wäre Ma'at gesellschaftlich gesprochen, deren Errichtung von höchster Dringlichkeit ist. Die Welt zerbricht! Sie schreit vor Ungerechtigkeit Egozentrismus, einer uns alle in den Abgrund steuernden, ausgedienten Elite... und dies alles wohlwissendlich... sie wissen von der Flut und dem Sturm nach ihnen. Sie wissen, dass der Untergang droht und Set (die Nacht der Zeitalter, siehe Liber AL vel Legis I,66) sein muss. Doch sie zögern es hinaus, solange es geht. Sie speisen uns ab mit leeren Worten und noch mehr Ausbeutung... Die Welt vesinkt in in Isfet... nicht das erste Mal:

"Zu wem kann ich heute noch reden? Man erinnert sich nicht des Gestern, man handelt nicht für den, der gehandelt hat, heutzutage."
[(2) Aus: Gespräch des Lebensmüden mit seinem Ba]

Der Schlüssel, den man aus diesem Text lesen kann ist das Ma'at Prinzip, das eingesetzt werden muss, indem wir uns an das Gestern und darüber hinaus erinnern, indem wir uns bewusst machen was war, wer immer an unserer Seite stand und wer uns stattdessen ausgenutzt und betrogen hat, damit wir endlich für die Richtigen handeln! Wir dürfen nicht weiterhin für die arbeiten, die uns hintergehen, die wählen, die voll von Lügen und falscher Machenschaften sind, die bis in eine Wirtschaftsdiktatur kulminieren. Lasst uns endlich erwachen aus dem bösen Traum, lasst uns AKTIV HANDELN, AKTIV EINEN POSITIVEN WANDEL HERBEIFÜHREN! Lasst uns Ma'at errichten, ja lasst uns endlich Ausgleich, Wahrheit und Gerechtigkeit fordern!
Leider gibt es kein Naturgesetz, das uns zu diesen so wichtigen Grundwerten verhilft. Darum liegt es bei uns eine solche Naturgewalt zu werden! Dazu brauchen wir keinen Krieg! Weder in der Ukraine, noch sonstwo! Vielmehr sollten wir standhaft und stark sein, wie die Erde, sanft und doch zermahlend, wie das Wasser! Mit Worten lassen wir neue Winde wehen und wenn wir nur wollen, dann werden Stürme über das Land fegen! 

"Sei ein Meister im Reden, um stark zu sein! Der Schwertarm des Königs ist seine Zunge. Die Rede ist mächtiger als Waffenkampf."  
[(3) Aus: Lehre für Merikare]

All dies könnte man auch modern Solidarität nennen, Solidarität für all die Aktivisten, die schon der Mediendiktatur abgeschworen haben, die sich selbst versorgen, die für Freiheit kämpfen. Doch mir ist das nicht genug und zudem, auf deutsch, zu ausgelutscht und einfach zu stark missbraucht worden...  Ich will viel weiter gehen. Ma'at ist ein WELTKONZEPT, das Grundprinzip des sozialen Handelns, des Miteinander, der göttliche Baustein einer perfekten Gesellschaft in Vielfalt und doch Einheit. Nichts Anderes hat zu der längsten erfolgreichen Staatenbildung der Weltgeschichte geführt. Die Gedanken von Marx und Engels wären in diesem Konzept gelandet, hätten sie es besser gekannt... und hätten sie nicht so ein zerstörtes Bild von jedwedem Spirituellem gehabt... 
Aber Monotheismus ist nunmal Theismus zum Abgewöhnen... und Ma'at existiert unabhängig davon in Gesellschaft und Kult-ur. 

So sprechet die Ma'at und tuet die Ma'at, auf dass Ma'at erhebe euch ewiglich! 
Das heißt: Sprecht so, dass ihr Freude, ja Liebe erweckt in denen, die für euch handeln und handelt ebenso aktiv für jene und alle Unterdrückten, auf dass Erfolg euch strahlend bekrönt! 


"Folge deinem Herzen, solange du lebst, und vermehre nicht die Geschäfte. Verkürze nicht die Zeit des Dem-Herzen-Folgens, ein Abscheu für den Ka ist es, seine Zeit zu schädigen. Lass dich nicht in Anspruch nehmen von den Bedürfnissen des Alltags über das Bestellen deines Haushalts hinaus. Der Besitz dessen, der seinem Herz folgt, wächst, aber nichts gelingt dem, wenn das Herz gekränkt wird."  
[(4) Aus: Lehre des Ptahhotep]






Mehr Parallelen zu heute aus "Gespräch eines Lebensmüden mit seinem Ba":

"Zu wem kann ich heute reden?
Die Brüder sind böse, die Freunde von heute, sie lieben nicht.
Zu wem kann ich heute reden?
Die Herzen sind habgierig, jedermann nimmt die Habe seines Nächsten.
Zu wem kann ich heute reden?
Die Milde geht zugrunde, der Gewalttätige ist herabgestiegen zu jedermann.
Zu wem kann ich heute reden?
Der Zorn erregen sollte durch seine Schlechtigkeit,
er bringt alle zum Lachen, auch wenn sein Frevel schlimm ist.
Zu wem kann ich heute reden?
Der Verräter ist ein Vertrauter,
der  Gefährte ist zum Feind geworden.
Zu wem kann ich heute reden?
Die Brüder sind böse, man nimmt Zuflucht zu Fremden für Zuneigung des Herzens
Zu wem kann ich heute reden?
Die Gesichter sind abgewandt, jedermann wendet den Blick zu Boden gegenüber den Brüdern. (...)" (5)




Zitate:
(1) Jan Assmann: Ma'at, Gerechtigkeit und Unsterblichkeit im Alten Ägypten, München 2001, S. 65.
(2) Jan Assmann: Ma'at, Gerechtigkeit und Unsterblichkeit im Alten Ägypten, München 2001, S. 61.
(3) Jan Assmann: Ma'at, Gerechtigkeit und Unsterblichkeit im Alten Ägypten, München 2001, S. 85.
(4) Jan Assmann: Ma'at, Gerechtigkeit und Unsterblichkeit im Alten Ägypten, München 2001, S. 86.
(5) Jan Assmann: Ma'at, Gerechtigkeit und Unsterblichkeit im Alten Ägypten, München 2001, S. 83.



Quelle:
Jan Assmann: Ma'at, Gerechtigkeit und Unsterblichkeit im Alten Ägypten, München 2001.


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