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Rekonstruierte/Experimentelle Kulte

Sonntag, 2. März 2014

Schiffsmodelle im Mittleren Reich: Von den Ursprüngen


Schiffsmodelle waren im Mittleren Reich ein wichtiger Bestandteil der Grabaustattung in der privaten Ober- und Mittelschicht, kamen jedoch ebenso in Königsgräbern vor. Am Häufigsten dienten sie dabei als Beigabe in Schachtgräbern. Ein Sonderfall waren eigens für Modelle angelegte Kammern in anderen Grabtypen, wie der Mastaba. Ihr Ursprung begann schon in der Tradition Prädynastischer Zeit, ab Negade I, sowie im Alten Reich. Dabei waren ab Negade I besonders Tonmodelle von Schiffen häufig, die im Mittleren Reich nur noch vereinzelt auftraten. Weiterhin kamen die frühen Modelle in steinerner Ausführung, sowie in Fayence vor. Abbildungen solcher Schiffe als frühzeitiger Beleg der Nilschiffahrt, erschienen auf Keramikgefäßen, Leinen und Elfenbeinmessern. Vergleichbare Abbildungen, sowie rundplastische Darstellungen aus Stein und Fayence blieben im Mittleren Reich annähernd aus. Stattdessen lag der Schwerpunkt auf hölzernen Modellen diverser Bootstypen und Funktionen. Ein weiterer Usprung solcher Bootsmodelle wird an den monumentalen Bootsbestattungen bei Pyramidenanlagen festgemacht, wie zum Beispiel beim Grab des Königs Aha in Saqqara, einer Anlage des Alten Reichs. Derartige Bootsgruben kamen ebenso im Mittleren Reich vor. So ließ sich beispielsweise auch Sesostris III. neben seiner Grabanlage in Dahschur ein Boot in Orginalgröße mitgeben. Die monumentalen Bootsbeigaben blieben zu jeder Zeit dem Königshaus vorbehalten. So blieb als günstigere und platzsparende Alternative mit ähnlicher Funktion für Kreise der Mittel- und Oberschicht das Schiffsmodell, das auf diese Weise schon ab der 6. Dynastie des Alten Reiches zum festen Bestandteil der Dienerfigurenausstattung wurde. 
Die Aufnahme von Schiffsmodellen ins Dienerfigurenreportoire erscheint vor allem sinnvoll, wenn man sich die hohe Bedeutung des Nils, als wichtigster Transportweg Kemets, und demnach die Allgegenwärtigkeit von Booten und Schiffen, im hier zu betrachtenden Mittleren Reich, vor Augen führt. So darf dieses nützliche Gefährt auch im Nachleben und somit Grabkontext nicht fehlen, wo es meist paarweise auftaucht. Dabei wurde eines der Schiffe immer nilaufwärts fahrend, mit vom Nordwind angetriebenen Segeln, dargestellt, während das Zweite flussabwärts rudernd dem Verstorbenen beigelegt wurde. Aus den kleinen, unregelmäßig auftauchenden Bootsmodellen der Ursprünge, erwuchs das für die Kemeter zu Lebzeiten so bedeutende Schiff auch im Grab zu einer bedeutenden Sitte. Es entstand erstmals ein festes Konzept der Schiffsmodellbeigabe, das sich im Mittleren Reich etablieren konnte.

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Bildquelle:
gemeinfreies Bild
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:%C3%84gyptische_Sammlung_20.jpg

Quellen:
  • Dürring, N., Materialen zum Schiffbau in Ägypten, Berlin 1995, S. 56 ff, 133, 159, 161.
  • Stockfisch, D., Untersuchungen zum Totenkult des ägyptischen Königs im Alten Reich, Die Dekoration der königlichen Totenkultanlagen, Band 1, Mainz 1994, S. 292 -300.
  • Tooley, A. M. J., Egyptian Models and Scenes, Haverfordwest 1995, S. 8 - 16.
  • http://www.presse.smaek.de/keramik/index.htm

 





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