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Rekonstruierte/Experimentelle Kulte

Dienstag, 11. März 2014

Das Heiligtum im antiken Griechenland

Ein Heiligtum war im antiken Griechenland in erster Linie ein Ort der Vielgötterverehrung, der Austragung zahlreicher selbstständiger Kulte und regelmäßigen Opferpraxis, aber auch, im Gegensatz zu den Heiligtümern monotheistischer Religionen, Austragungsraum weltlicher Aktivitäten und Veranstaltungen bot. Keine feste religiöse Institution regelte das Geschehen, sondern Priester und lokale, wie übergeordnete Herrscher. Das Heiligtum umfasste dabei meist eine Vielzahl von Gebäuden, die über einen abgegrenzen Bereich verteilt waren. Das Zentrum und zugleich wichtigste Element eines Solchen bildete in Griechenland der Altar, als Austragungsort des Götteropfers und nicht der Tempel, der ausschließlich als Wohnsitz und Repräsentation, sowie Vermittlungsgebäude zur Gottheit verstanden wurde. Frühe Heiligtümer kamen ohne feste Gebäude aus und Aschekegel als Überreste des Brandopfers bildeten den Altar, sodass das Heiligtum durchaus unscheinbar wirken konnte. Doch um die Gunst der Götter zu erringen und nicht zuletzt auch zur Selbstrepräsentation und Bewerbung, war es eines der höchsten Ziele meisterhafte Kunstwerke innerhalb eines solchen Heiligtums aufzustellen oder in Form von Kleinplastik einzubringen. Gerade im so relevanten Bereich der Altäre können sie heute im archäologischen Befund lokalisiert werden. Ihre Deutung beläuft sich vor allem auf sogenannte Weihgaben, die mit Bittstellung an die verehrte Gottheit in Verbindung standen. Oft wurde als Gegenleistung für erfüllte Wünsche ein großes Opferfest ausgetragen oder ein Gebäude, sowie Prunkgeschirr, Statuen und Ähnliches gestiftet.



Quelle:
Hölscher, Tonio, Klassische Archäologie, Grundwissen, Darmstadt 2006, S. 119 ff.

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