NebelALLraunen ist...

eine Fülle an Seiten und Artikeln voller vielfältigster, ungeschönter Realitäten jenseitiger, wie diesseitiger Natur... wissenschaftliche Klarheit und Offenbarung wird eins; und das ganz ohne dogmatische, monistische Absichten oder gar Absolutheitsansprüche.

Rekonstruktionalismus und Technismus lösen hier mystische Geheimniskrämerei ab.

_____________________________________________________________________________

Du bist neu hier? Eine erste Einführung hilft dir weiter!


Rekonstruierte/Experimentelle Kulte

Sonntag, 12. Januar 2014

Ta'amuz - der neue alte Weg zu Ma'at

Schon längere Zeit habe ich mich gefragt, wie man die spezielle Richtung des Paganismus, die ich selbst betreibe, nennt, ob es denn Andere, außer den mir nahestehenden Personen, gibt, die globalisiert spirituell und nicht zuletzt magisch arbeiten... ich habe es meist "freier Polytheismus" genannt, was doch sehr unscharf erscheint... doch offenbar hat sich noch kein kulturenübergreifender magisch-animistisch basierter Vielgötterkult, mit der Hauptintention des zum Equilibrium Findens, etabliert. Trifft man andere pagane Menschen, so berichten sie meist davon eine einzige Gottheit (z.B. Isis, deren Verehrer "Isianer" sind oder Seth, dessen Verehrer "Sethianer" genannt werden), im Wicca auch als "die Göttin" und "den Gott" oder ein kulturell begrenztes Götterpantheon zu verehren und damit zu arbeiten. Auch die alleinige Arbeit mit Pflanzen-, Pflanzendevas und ggf. Krafttieren ist mittlerweile häufig und ordnet sich in schamanistische Richtungen ein. Nordischer Neopaganismus ist überall anzutreffen, leider auch in seltenen Fällen mit rechtsradikalen Anklängen, wovon ich mich ganz klar distanziere.
Ich für meinen Teil sehe eine klare Globalisierung in paganen Kreisen, die die große gesamtheidnische Bewegung keineswegs "verunreinigt",  sondern vielmehr bereichert. Wie wir alle wissen, kann man Globalisierung nicht aufhalten und falls doch, wäre dieser Vorgang äußerst unnatürlich und pure Isolation, die weitaus mehr Nachteile mit sich führen würde, als Vorteile. Darum soll es hier nicht um einen "einzig wahren Weg" gehen oder dergleichen Schwachsinn, sondern Ta'amuz bildet hier und jetzt eine aktuell entstehende Öffnung zur Vielfalt. Denn viele Wege sind gut und richtig und vieles passt einfach perfekt zusammen, ja ergibt ein lückenloses Puzzle, deren Teile über die ganze Welt verteilt lagen... Wir sollten alle mehr die Gemeinsamkeiten sehen, als die Unterschiede, Frieden schließen, anstatt hetzen! Allein die abrahamitischen Religionen verschließen sich gegenüber der Vielfalt so massiv und mit solcher Ablehnung, ja sind so tief getränkt mit Isfet, dass hier ein Frieden wohl schwerlich möglich sein kann. Aber da deren Religionen im Grunde auch aus paganen Kulturen zusammengeklaubt sind, so wird es auch relativ unproblematisch sein, hier das eine oder andere Element zurückzuholen, sofern sinnig und klar distanziert.

Die Merkmale meiner persönlichen Spiritualität sind: 

Bewusste und naturalisierende Rückbesinnung mit dem Ziel der Weiterentwicklung
  • das Streben zum Gleichgewicht der inneren und äußeren Kräfte, dem Equilibrium, durch Ma'at - Ziel ist ein Zustand der perfekten inneren Ruhe, Ordnung, Selbstkontrolle, Gerechtigkeit , sowie Frieden
  • die Ablehnung von Isfet und Entgegenwirken mit Ma'at
  • Natürlichkeit - Ziel ist so natürlich wie möglich zu leben und der Natur wieder mehr Platz unter den Menschen zu geben; ein Leben mit und nicht gegen Natur und Götter wird angestrebt
  • Nutzung heller und dunkler Kräfte und deren Vereinigung im Selbst zur Schaffung von Ma'at
  • ein alle Zeiten und Kulturen übergreifender lebendiger Polytheismus (in dem jeder Kulturkreis kann einbezogen werden kann), der stets offen für neue Wesenheiten und Entwicklungen bleibt; jedoch sich ganz bewusst von abrahamitischen Religionen, sowie deren extremen Gegenpolen als Quell von Isfet abgrenzt
  • Nutzung von magischen und schamanistischen Techniken auf wissenschaftlichem Niveau (siehe auch RePoKult), sowie ständige Selbst- und unabhängige Gegenkontrolle
  • Offenheit gegenüber verschiedensten spirituellen Pfaden und Zielen = zahlreiche Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung
  • die persönliche Weiterentwicklung und spirituelle Evolution, mündend in einem neuen Zeitalter der Ma'at steht im Vordergrund
  • Kombination postmoderner, neuer Gegebenheiten mit uraltem Wissen - angestrebt wird die Rekonstruktion polytheistischer Kulte zur Weiterentwicklung und Einbindung ebendieser in eine globalisierte Welt
Diese meine Spiritualität namens "Ta'amuz" möchte ich mit allen teilen, die mir zustimmen, die teilnehmen wollen, an einer ganz neuen, alten Entwicklung mit großen Zielen: Die Magie, ja die Götter wieder in unser aller Leben zur holen, die uns von ihnen und unserer eigenen Natur gegebenen Kräfte zu nutzen,  zu pflegen, zu erweitern im Sinne der Ma'at, auf dass die Menschen zu Khut, gleich den Sternen, werden! Lasst uns Krieger im Equilibrium für eine neue natürliche Welt werden!

Der Name: Ta'amuz

Der Name "Ta'amuz" (gesprochen: "Tahmuss") leitet sich im Wesentlichen von  drei Begriffen ab:
  • vom sumerischen Göttersohn und Vegetationsgott Dumuzi (= übersetzt "rechtmäßiger Göttersohn"), Geliebten der Inanna - Dumuzi und Inanna sind die Protagonisten der Heiligen Hochzeit, der göttlichen Vereinigung, mit dem Gang des Vegetationsgottes in die Unterwelt ist der Jahreszeitenzyklus, sowie das immerwährende Entstehen und Vergehen gemeint; als Sohn des Enki/Ea (= übersetzt, "Herr der Erde", "Herr der Weisheit") ist er noch viel länger und rechtmäßiger ein Göttersohn als Jesus Christus und zudem der BESSERE HIRTE
  • es ist die magische Umkehrung, nach Frater Achad, des deutschen "zu Ma'at"...
  • sowie vom sumerischen "Zu" (gesprochen "su"), der "Weisheit" + die ägyptische Göttin der Gerechtigkeit "Ma'at" = Weisheit der Ma'at
Wir alle, die wir ta'amuz sind, können uns als Kinder der Götter betrachten, als natürliche Wesen, die nach Vollkommenheit und Weiterentwicklung in Ma'at streben. Dabei können wir uns erheben als mächtige Sonnenvögel und deviante Stiermenschen, die ihre Körperkräfte, die Gesetze der Natur in wissenschaftlicher Korrektheit zu nutzen wissen!

Das Symbol: Ta'amuz

Das magische Zeichen, die Glyphe für Ta'amuz, setzt sich aus folgenden Teilen zusammen:
  • einem T, als Tau-Kreuz/Taw-Kreuz, also dem ägyptischen Kreuz - Anfangsbuchstabe von Ta'amuz, uraltes Symbol aus Vorzeiten, Symbol der Vollendung im alten Orient, assyrisches Herrscherzeichen, letzter Buchstabe des hebräischen Alphabets, verehrend erhobene Arme, Sonnenaufgang
  • einem Hörner-U - steht für das göttliche höhere Selbst (das Ka), das einen leiten soll, steht zudem für das global verehrte Schöpfungs- und Kult-, Wert- und Krafttier des Rindes, sowie für den Stiermenschen, das Tier im Menschen selbst, das Natürliche, das Auslebung finden soll und bildet das 6. Zeichen des Wortes Ta'amuz und steht somit für Equilibrium
  • die Unendlichkeitsschleife/darnieder liegende 8 - steht für Universalität, zyklische Ewigkeit (neheh), das Weibliche und Fruchtbare in uns, das Fließende, die Weltenschlange, die Augen des göttlichen Stiermenschen, der alles sieht, den Niedergang der alten christlichen Weltordnung und das darauf Aufrichten einer neuen natürlich-Devianten (mit Hörnern)
  • das Gesamtbild: Der Stiermensch/Ankh + neheh - ein Bild des natürlich-göttlichen in uns, ein Aufruf zur Gottwerdung
  • Die Farben: Rot + Blau (+ Grün) = Bal und Gor (, sowie Dor)


Ich sehe Ta'amuz als ein freiwilliges, offenes Gefäß, in das ein und ausströhmen kann, was da kommt und nützlich ist. Ich möchte keineswegs irgendwelche Dogmen oder unumstößliche Begriffe aufstellen, sondern lediglich Anhaltspunkte und Richtlinien zur persönlichen Ordnung, ja Entfaltung, aufzeigen. Jeder sollte selbst wissen, was er oder sie (möglicherweise auch "es") damit tue!



Bitte gebt Kommentare und/oder ein Like auf  der Facebook-Seite Ta'amuz! Vielen Dank!



Mehr Artikel zu Ta'amuz:





Quellen:
Becker, Udo: Lexikon der Symbole, Hamburg 2012, S. 21.
Freydank, Helmut, Reineke, Walter F., Schetelich, Maria, Thilo, Thomas: Der Alte Orient in Stichworten, Leipzig 1978, S.120, 127.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen