NebelALLraunen ist...

eine Fülle an Seiten und Artikeln voller vielfältigster, ungeschönter Realitäten jenseitiger, wie diesseitiger Natur... wissenschaftliche Klarheit und Offenbarung wird eins; und das ganz ohne dogmatische, monistische Absichten oder gar Absolutheitsansprüche.

Rekonstruktionalismus und Technismus lösen hier mystische Geheimniskrämerei ab.

_____________________________________________________________________________

Du bist neu hier? Eine erste Einführung hilft dir weiter!


Rekonstruierte/Experimentelle Kulte

Sonntag, 2. Juni 2013

Phänomene: Rückführung - Ein Wandteppich für Ishtar

Eines Abends, den wir gemeinsam verbrachten, waren wir vom Tag erschöpft und doch voller Tatendrang, ja gewillt eine Rückführung in vergangene Leben zu unternehmen. So verbanden wir uns, indem wir uns gegenseitig berührten und ich, der schon viele solcher rückblickenden Lebenserfahrungen gesammelt hatte, kanalisierte mich durch ihr drittes Auge, um uns gleichzuschalten, ineinander fließen zu lassen, auf dass ich die letzte Inkarnation fände, die zeitlich und lokal identisch wäre. Und tatsächlich: Die energetischen Strukturen der früheren Lebenserinnerungen passten nach einigen Sekunden der Suche exakt zusammen und ich ließ sie zu. Beide wurden wir in diese vergangene Zeit gezogen, die filmhaft um uns ablief. Unerträumbare Eindrücke strömten auf uns ein.
Ich durchschritt ein Stadttor, ähnlich dem Ishtartor in Babylon und doch anders geschmückt. Die Löwen auf dem fein mit blauen und roten Steinen mosaikhaft verzierten Tor, dessen Flügel golden beschlagen waren, kämpften aufrecht stehend untereinander, sowie mit Heroen menschlicher und mischgestaltiger Art. Vor mir tat sich ein buntes Markttreiben auf, das von großen verschiedenartigen Gefäßen, angefüllt mit Früchten, allerlei Pulvern und zahlreichen Ständen mit bunten Stoffen, von seidig-glänzend zu wollig, dominiert war. Die Stadt erschien in Vergleich zu heutigen Verhältnissen nicht sehr groß, jedoch viel prachtvoller, reinlicher und wehrhaft bestückt. Wachen waren auf Türmen um das Tor zu sehen, die Uniformen aus großen, gelegten Tüchern mit Zotten und Umhänge, sowie goldig schimmernde Metallhelme trugen. Dazu waren sie mit Speeren und langen Messern bewaffnet, die in elfenbeinartigen Scheiden ruhten. Doch mein Fokus blieb während meines Ganges immer wieder auf den Stoffen hängen.
Ich schlenderte weiter durch das bunte, doch unüberladene Getümmel. Es waren reichlich Männer und Frauen anwesend, deren Tracht nicht zu verachten war und in keinem Fall ärmlich wirkte, auch wenn doch Unterschiede zwischen Handwerkstreibenden und eher wohlhabenderen Marktbesuchern zu treffen waren, die viel buntere oder ganz weiße, reine Gewänder trugen, die fein bestickt zu sein schienen. Ich selbst trug solch ein edles, Gewand der Reinheit, das blaue und silberne Bestickung aufwies. So sah ich in mir einen freudig nach Stoffbahnen stöbernden Priester, der sich durch die vielen Gerüche und Farben hindurchsuchte. Auf meinem Weg traf ich auf Sie, die mit mir diese Rückführung durchlebte als groß gewachsene, schlanke Frau in ebenso reinen, rot und golden bestickten Gewändern. Es kam zu einer Unterhaltung in fremder und zugleich vertrauter Sprache, die ich nicht direkt, aber seltsamerweise indirekt, wie durch eine weitere Übersetzung, verstand. Wir sprachen die Wahl der Stoffe und deren Farben ab, die wir in eine Weberei geben sollen. An dieser Stelle brach die Erinnerung ab. Es wurde kurz dunkel, um in weitere verschiedene Erinnerungsstränge zwischen uns beiden zu rutschen, die wir blitzschnell durchlebten. Der ganze Aufwand bis zur Fertigstellung des Stückes, das wir darauf betrachten durften, schien wie vorgespult, ein Katzensprung und doch eine große Arbeit.
Wir Beide betraten gleichen Schrittes einen weißen Tempel, der im Inneren rote und blaue, sowie teilweise grüne Bemalungen verschiedenster Art trug, die vor allem einzelne Bänder mit Ornamentik einnahmen, zwischen denen vergrößerte Szenen prangten, die ich kaum beachten konnte. Der Fokus war zuerst auf die zentrale Kultbildnische ausgerichtet, vor der Ständer mit Öllampen und Opfergaben, sowie rechts ein architektonisch wirkender Altar mit diversen Geräten, Schriftrollen und Näpfen stand. Das Kultbild wurde durch einen dunkelroten Vorhang verdeckt und wir wanden uns nach links, wo sich ein großer, prachtvoller Wandteppich erhob. Die beiden Stufen davor waren bedeckt mit kleinen metallernen Gefäßen, deren Nutzung sich mir in dieser Rückführung nicht erschloss. Zuerst kniete sie, die reine Schönheit, die mit mir ging, sich nieder, legte ihre Hände wie eine beidhändige Faust ineinander und blickte nach oben zum Wandbild. Dabei sprach sie Worte der Macht zu der majestätischen Frauengestalt, die die Linke auf einem Löwen ruhen hat, der vor ihr wacht. Ihre Augen stellten untereinander Verbindung her und es war, als würde der Teppich an der Wand, unser Werk, leben, ja selbst göttlich sein. Farbenfroh prangte Sie da, Ishtar, ihr Name, umspielt von Blumen, Ähren und allerlei Getier, das ebenso bewegt war. Niemals hatte ich zuvor solch ein handwerklich-magisches Kunstwerk gesehen! Auch ich selbst kniete mich kurz nieder und sprach mit zur doppelten Faust gefalteten Händen ein Gebet, auf dass Sie mir treu sei und vorspreche vor dem Herrn Anu, der als König das Gericht hält, ob ich steige in die himmlischen Sphären oder mir ein ärmliches Nachleben bevorstehen würde. Ich hoffte so sehr nicht vom Staub auf den Straßen leben zu müssen, doch mein Sohn wird bald geboren werden... 
Ich verneigte mich vor der Göttin und der Priesterin, verließ diesen Tempel schnellen Schrittes, um über einen großen Platz, zwei Straßen weiter das doppelte Heiligtum von Anu und Adad zu betreten. Hier stand nun mein Hauptamt als Priester des Anu an. Regenbringerfiguren wachten beim Eintritt vor dem Tempel und viele Tore musste ich durchschreiten, verworrene Gänge, die fast einem Labyrinth gleichen, durchlaufen. Am Allerheiligsten angekommen reinigte ich mich mit Wasser und Weihrauch, kleidete mich um. Ein blaues, wellenförmig benähtes Band aus Tuch legte ich um Hals und Schultern, sodass die Enden vorne herabfielen. Vor dem thronenden Kultbild des Anu, der mit Ring und Stab, sowie vielgehörnt, vor mir saß, rezitierte ich laut magische Worte voll durchdringender Kraft, die mich wild durchfuhr. Nicht nur in der Rückführung rezitierte ich sie laut... mein Computer, der im selben Raum, etwas vor uns stand, heulte laut und wie noch nie zuvor auf. Meine Ritualpartnerin erwachte und fragte mich entsetzt, was ich da tue. Dessen war ich mir leider in dem Moment noch nicht so sicher... Es wurde eisig kalt um uns... ein Wind zog auf, im geschlossenen Raum... ein mir bekanntes Phänomen, das mich zu dem schnellen Schluss kommen ließ, das hier etwas im Ankommen war... Ich hörte laut und lauter nur ein Wort: „Bab“. Immer und immer wieder... und es blitzte auf vor uns... Ein Astralportal mitten im Zimmer... Und herein kamen Sie... [...]

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen