NebelALLraunen ist...

eine Fülle an Seiten und Artikeln voller vielfältigster, ungeschönter Realitäten jenseitiger, wie diesseitiger Natur... wissenschaftliche Klarheit und Offenbarung wird eins; und das ganz ohne dogmatische, monistische Absichten oder gar Absolutheitsansprüche.

Rekonstruktionalismus und Technismus lösen hier mystische Geheimniskrämerei ab.

_____________________________________________________________________________

Du bist neu hier? Eine erste Einführung hilft dir weiter!


Rekonstruierte/Experimentelle Kulte

Freitag, 22. März 2013

Ritual: Die IAO-Formel

Was ist "die IAO-Formel"?
In der spätantiken Gnosis, dem christlich kopierten und wild vermischten antiken Wissen der Magie, kommt sowohl das Wort Iao als Name einer schöpferischen Urgottheit, als auch diese Lautkombination immer wieder vor. Ihr wohnt eine uralte lautmagische Kraft inne, die wir noch heute nutzen können. Iao (oder Jahu - ungleich dem jüdischen Mondgott Jahwe!) ist ein phönizischer Sonnengott, der mit diesen Riten und Kräften in Verbindung stehen könnte. Bis heute arbeiten die Magier und Hexen verschiedenster westlicher Magietraditionen mit dieser Grundformel, die eng im Zusammenhang mit den weltweiten Schöpfungsmythen steht und die Grundlaute zahlreicher Sprachen beinhaltet. Dazu tritt noch der Aspekt einer mystischen Bedeutung, die den einzelnen Buchstaben I, A und O zugeordnet wird. Die Bedeutung des O, wurde ja bereits im Zusammenhang mit dem magischen Symbol Om erläutert.
Christliche Gnostiker schmissen leider verschiedenste Kulte und Götter wild durcheinander und vermischten diese zu ganz neuen seltsam anmutenden Mythologien, die so wahrscheinlich nie reals stattgefunden haben. In ihrer Arbeit waren sie den modernen, von Peter Carroll mitbegründeten, Chaosmagiern nicht ganz unähnlich. Zweifellos haben diese Menschen, damals wie heute, magische Erfolge erzielt. Jedoch könnte man fast von einer Pervertierung traditioneller Magie sprechen, bei der den gnostischen Magiern sicher aus den Gräbern ihrer Ahnen Flüche nachgerufen worden sind... Bei derartigen Verfehlungen ist es mehr eine glückliche Kombinationsgabe ähnlicher Sachverhalte als Verstand, die hier zum Erfolg führen kann. Jedoch gibt es einen großen Haken an der Sache. Die Unkenntnis der tatsächlichen Hintergründe und Zusammenhänge macht einen selbst immer mehr zum Spielball der Wesen und Kräfte, die man zu bändigen versucht... was durchaus zum kläglichen Scheitern führen kann. Es funktioniert einfach nicht mit einander verfeindeten Wesenheiten gleichzeitig zu arbeiten.
Glücklicherweise ist die IAO-Formel an sich völlig frei von diesen historisch-mythologischen Fehltritten, sodass wir sie bedenkenlos, doch nicht unbedacht einsetzen können. Christliche Assimilationen dieser Formel wurden durchaus schon des Öfteren erprobt, entbehren völlig einer Grundlage, da die Nutzung dieser Laute heidnisch stark vorgeprägt ist.

Doch wozu dient sie eigentlich?
Das IAO-Ritual ist energetisiert, lädt, reinigt, und schützt den Magier/die Hexe und seine/ihre Umgebung. Es  wirkt bannend, stärkt die Körperenergien, festigt die Aura und ist zudem eine universelle magische Übung, die vor anderen Ritualen praktiziert werden kann. Die IAO-Formel ist nicht nur der Aura und dem Energiefluss des/der Magietreibenden zuträglich, es erzeugt sogar eine leichte Trance oder ist zumindestens trancefördernd (je nach ausführendem Individuum und Erfolg der magischen Aktion).

Die Ausführung der IAO-Formel:
Wie ihr euch sicher denken könnt, besteht die IAO Formel aus drei Teilen: I, A und O. Es ist also ein dreiteiliges, alle Weltenebenen umfassendes Ritual. Die einzelnen Teile können gemeinsam oder gesondert und in beliebiger Reihenfolge praktiziert werden, wenn dies der rituelle Gesamtkontext erfordert. Allerdings ist die Reihenfolge IAO schon sehr sinnig und erfahrungsgemäß erfolgreich. Über den Erfolg braucht ihr euch eigentlich keine Sorgen machen, da dieses Ritual fast von alleine funktioniert und somit sehr leicht auszuführen ist.

Die I-Formel
Zuerst sei geklärt was der okkulte Sinn der I-Formel ist: Es handelt sich um eine Vereinigung der Weltenebenen und ihrer Energien in einem selbst. Dabei strömt von den überweltlichen "Himmels"-Ebenen die lichte Energie und von den Unterweltebenen die dunkle Energie zusammen. Es fließen also Yin (dunkel) und Yang (hell) aus dem Makrokosmos in den eigenen Mikrokosmos. Man öffnet dabei vor allem das Scheitel- und Wurzelchakra (sowie die Fuß-Chakren), vereinigt sich mit seinem und dem umgebenen "Oben" und "Unten", und wird so offener für Inspiration und Eingebung, ja bringt sich mit den Welten ins Gleichgewicht.
Und so funktioniert das Ganze:
Man stelle sich aufrecht stehend auf, die Hände an den Seiten nach unten hängend. Mit der Blickrichtung kann man nun zusätzliche Symboliken und Kräfte hinzufügen, wenn man denn will. Die übliche Richtung ist, wegen der aufgehenden Iao-Sonne (oder anderen solaren Gottheiten), Osten. Man schließe nun die Augen ganz oder halb und intoniere (also spreche vibrierend und fast sängerisch) ein musikalisch wertvolles und langgestrecktes "Iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiihhhhhhhhh". Im Grunde reicht das schon zur Aktivierung der Energieströme. Doch zur Verstärkung ebendieser, visualisiere man deutlich von oben herab durch seinen Scheitel einen hellen Energiestrom (weiß, gelb oder golden). Von unten ist ebenfalls ein Energiestrom spürbar, den man dunkel (schwarz, braun, grau, dunkles moosgrün oder dergleichen) visualisieren kann. In der Magen-Darm Gegend sind dabei Verwirbelungen spürbar, wenn man genau darauf achtet.
Ansonsten durchdringt nun den ganzen Körper ein deutliches Gefühl der Energetisiertheit.

Die A-Formel
Der Sinn dieses Teilrituals ist die Vereinigung von Yin und Yang, von linksseitigen und rechtsseitigen Energien, in einem selbst. Es handelt sich um einen Ausgleich der Körperenergien zur Herstellung des inneren Equilibriums. Diese Übung stellt das Kräftegleichgewicht her, das ägyptische Ma'at, ein Wort, das vom "A" bestimmt wird und das "A" bestimmt. Dabei werden die Handchakren geöffnet und aktiviert.
Wieder steht man dabei aufrecht, mit geschlossenen oder halb geschlossenen Augen, in selbiger Ausrichtung, wie zuvor. Nun breitet man dabei die Arme nach links und rechts aus, sodass man eine Waage bildet. Die Intonierung lautet diesmal "Aaaaaaaaaaaahhhhhhhhh", bei der man selbst zur Waage wird und von rechts ein harter Energiestrom auf das Handchakra trifft, der oft rot gesehen wird und deshalb auch so visualisiert werden kann. Von links dagegen trifft einen ein sanfter und kühler Energiestrom, durchfährt einen genauso und verwirbelt sich um das Herzchakra. Vielleicht wäre ein sanftes, kühles Blau die richtige Farbe dafür.
Das energetisierende Kribbeln und eine tiefe Ausgegelichenheit durchdringen einen nun horizontal.
I- und A- Formel in Kombination bringen ein vertikales und horizontales Kräftegleichgleichgewicht, innen wie außen, oben wie unten und kräftigen noch dazu. Angewandte Hermetik könnte man das nennen.

Die O-Formel
Wie der Buchstabe "O" schon ausdrückt, geht es hier praktisch um einen magischen Schutz- und Bannkreis, sowie eine innere Zentrierung, die erreicht werden soll. Gleichzeitig strahlt der/die Ausführende dabei noch reinigende Energien in "Wellen" ab (Einsatz als äußeres Reinigungsritual, nachdem "I" und "A" einen innerlich gereinigt haben), stärkt die eigene Aura und Selbstsicherheit. Es handelt sich hierbei um eine Kombination der Vertikalen und Horizontalen, die jeweils Kreisläufe bilden sollen. Es ist nicht anders als überall in der Natur: Im Kräftegleichgewicht funktionieren die Kreisläufe am Besten.
Die aufrechte Haltung, geschlossenen Augen und Richtung bleiben wie gehabt. Man bilde durch Verschränung/Ineinanderfahren der Hände vor dem Bauch einen Kreislauf, ein "O" und spreche nun auch dieses kräftig und vibrierend: "Ooooooooooooohhhhhhhhhh". Die lautmagische Aktion ist der Kern, das Relevanteste der ganzen Rituals. Energieströme entstehen nun horizontal, wie vertikal und bilden jeweils einen Kreislauf, der dunkelblau visualisiert werden kann. Davon pulsieren wiederum in alle Richtungen Energiewellen ab.

Damit wäre das Ritual abgeschlossen, das als Grundlage aller weiterer magischer Aktionen dienen kann, als eine der Möglichkeiten der Arbeit mit dem Equilibrium/Maat. Es ersetzt problemlos ähnliche Rituale zweifelhaften Inhalts, wie das sogenannte kabbalistische Kreuz, das wir aufgrund der Verbindung zum "Gott" der abrahamitischen Religionen auf keinen Fall in der üblichen Form anwenden sollten.


Quellen:
Frater V. D. : Schule der Hohen Magie I - Einführung und Grundlagen der Praxis, Ansanta Verlag, München 2006, S. 201 ff.
Onlineversion von Frater V. D. : Schule der Hohen Magie I, S. 122.
http://www.hexenhort.de/archiv/magrit/iao.html
http://www.sphinx-suche.de/alteswissen2/iao.htm 

Bild:
Freihandzeichnung und Foto zur Versinnbildlichung der astralen Abläufe beim IAO-Ritual
Copyright by Poeta Immortalis

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen