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Rekonstruierte/Experimentelle Kulte

Sonntag, 12. August 2012

Ritual: Kampf gegen Apep

Und wieder gibt es Neues auf NebelALLraunen zum Thema Altes Wissen. Diesmal wird es etwas epischer und vor allem praktischer als sonst: Es soll jedem Leser ermöglicht werden den Sonnengott Ra rituell bei seinem Kampf gegen die weltbedrohende Riesenschlange Apep/Apophis zu unterstützen, die ihm Nacht für Nacht auf seiner Unterweltreise auflauert.
Doch zuvor gibt es einige weiterführende Informationen zu den Schlangen im alten Ägypten:
Bei den alten Kemetern (Eigenbezeichnung der Ägypter) waren Schlangen generell keine negativen Wesen. Sie sind ein Inbegriff für Weisheit und Seelenstärke und haben die Macht sowohl Leben zu geben, als auch zu nehmen. Die Pharonen trugen die Uräusschlange als magischen Talisman des Schlangengottes Uto und als Inbegriff ihrer wissenden Macht auf dem Haupt. Diese Bekrönungsfigur trägt gleich zwei magische Zahlen in sich, denn ihr Schwanz bildet eine Achterschleife (für Unendlichkeit, die Zyklen der Welt), während ihr Kopf sich vorne zu einer 9 umwirft. Neun steht nicht nur für Natürlichkeit, Wissen und Erkenntnis, ja die Schlange selbst, sondern sie ist auch die Zahl der Pesdjet, der sogenannten hohen Götterneunheit, die ebenfalls in Form von Schlangen erscheinen kann. Bei den Pesdjet handelt es sich um die altägyptischen Schöpfungsgötter Atum (das lebenbringende Licht), Schu (Luft), Tefnut (das Feuer der Wahrheit), Geb (Erde), Nut (Himmel), Osiris (Wasser und die Unterwelt Duat), Isis (Liebe), Nephthys (Geburt und Tod) und Seth (Wüste, Krieg und Chaos). Gemeinsam mit dem höchsten Sonnengott Atum-Re, erscheint auch oft die sich um ihn windende Urschlangengöttin Shesez Unwarshaquel Shekinesh, die selbst eine der sogenannten Sternenahnen, Anu'kai, ist. Der Windgott Amun, der sich ebenfalls oft mit Re verbindet, ist selbiger extraterrestischer Herkunft und erscheint gelegentlich als Urschlangengott Kematef. Shesez und Kematef bilden ein Götterpaar, das jedoch sexuell auch weit über diese Verbindung hinaus legitim und voneinander wissend, in einer Art polyamorösen Netzwerk, aktiv ist. Eine weitere schlangengestaltige Göttin des Landes Kemet war die fruchtbare Thermutis, die ihren Verehrern reiche Ernten bringt. Als Wächter der Totenseelen und der Wege und Pforten des Landes Duat tritt Nehebkau auf, der fähig ist die vertreuten Seelenteile wieder zu vereinen und verirrte Geister zu führen. Seine zwei Köpfe sind das Ka (= die wissende Hoheseele) und das Ba ( = die helle Seele) , die in ihm eins werden. 
So haben wir schon einige der vielen positiven Schlangengottheiten im alten Ägypten kurz kennenlernen können und festgestellt, dass sich selbst Wesen von fremden Welten unter ihnen befinden, die Anu'kai. Im Grunde sind die meisten altägyptischen Götter Sternenahnen, stammen von ihnen in irgendeiner Form ab oder wurden zumindest durch sie beeinflusst. Dabei ist zu erwähnen, dass Fortpflanzung und Seelenveränderung bei den Göttern völlig anders ablaufen kann, als wir es gewohnt sind und die noch erhaltenen Mythologien oft erhebliche Lücken aufweisen, insbesondere, da das ägyptische Pantheon lebt und veränderlich ist. Atum schuf sich als Einziger unter den Göttern Kemets selbst, während Amun, der sich ebenfalls oft mit Re verbindet, direkt von den Anu'kai abstammt. So steht auch Ra stark unter dem Einfluss der Ahnen von den Sternen, wenn auch ihn seine tägliche Wiedergeburt ständig wandelt. Soviel zu den lichten Gestalten... Doch mit Ra wird auch jeden Morgen eine dunkle Macht des Chaos wiedergeboren, die von ihm getrennte Schatten- bzw. Spiegelseele (= Ha) des Sonnengottes: Die Riesenschlange Apep, die in den Tiefen der Unterwelt an den Wurzeln des großen Energiestromes (des Weltenbaumes) parasitär zehrt und, als wäre dem nicht genug, jede Nacht von Neuem Ra bei seiner Fahrt mit der Sonnenbarke behindert und zu vernichten droht. Das Streben dieses Wesens, das den Tag, das Licht, ja sogar das Gleichgewicht der Kräfte (Equilibrium), die Ordnung alles Seins verachtet, ist überaus destruktiv und egozentrisch und kann somit jedem Wesen nur Schaden zufügen, wenn dieses nicht gerade ein kurzzeitiger nutznießender Parasit und Komplize des Apophis ist. Doch wer nach Allmacht, Alleinherrschaft, Sklaverei und Verderben der Welten strebt, der hat und braucht keine Freunde. Und jeder, der nicht für ihn ist, ist sein Feind... Kein Wunder, dass sich diese Wesenheit gerade bei den antikosmischen Satanisten so großer Beliebtheit erfreut und rege unterstützt wird. Umso wichtiger ist es für uns alle gegen solch finstere Machenschaften vorzugehen und den lichten Hohegott Ra, sowie alle Kräfte des Maat zu verteidigen. In diesem Fall soll das Ganze durch eine Form der Puppenmagie geschehen, die im alten Ägypten überaus beliebt war. Unzählige kemetische Schriftstücke beschreiben die rituelle Zerschlagung des Apep, zum Beispiel die Metternichstele in Zeile 1 bis 3, sowie zahlreiche Pyramidentexte.
Atum-Re im Kampf gegen Apep
Kommen wir nun endlich zur Praxis der Herstellung einer magischen Puppe des Apophis, die auf beliebige Art und Weise nach der Besprechung vernichtet werden kann. Hierzu gibt es so manche Möglichkeit: Die denkbar einfachste Variante ist die Beschnitzung und Bemalung einer Kerze, bis sie der weltbedrohenden Riesenschlange ähnlich sieht. Zusätzlich kann noch der Name „Apep“ eingeritzt oder aufgemalt werden. Besonders gut macht sich zur Bemalung gefärbtes Wachs, Windowcolor-Farbe und Acrylfarbe. Falls der Kerzen-Apep verbrannt werden soll, empfiehlt es sich ausschließlich Wachs bei der Gestaltung zu benutzen. Umso ähnlicher das Ebenbild dem Orginal ist, desto wirkungsvoller wird der Zauber sein. Fortgeschrittene können auch aus weichen Wachs eine Zwillingspuppe formen. Ich selbst erhitze dafür Wachs in einem Milchtopf im Wasserbad und gieße anschließend das Wachs vorsichtig (!) auf eine große glatte Oberfläche zum Kneten, warte bis das Wachs geschmeidig und relativ fest ist, löse es ab und forme dann zügig die gewünschte Gestalt.
Die Herstellung einer Wachspuppe entspricht der magischen Tradition der alten Ägypter, jedoch kann man natürlich auch genauso andere Materialien verwenden, wenn man es nicht selbst zu schade findet das Ergebnis anschließend zu vernichten. Ich selbst habe auch gute Erfahrungen mit Figuren aus Ton und gefüllten Stoffpuppen gemacht, die ebenfalls in relativ kurzer Zeit hergestellt werden können. Dazu lasse jede/r Magietreibende ihrer/seiner Kreativität freien Lauf!
Weitere konstruktiv-schöpferische Vorschläge dazu sind sehr erwünscht und können gerne als Kommentar gepostet werden!
Kommen wir nun zur Besprechung des gefertigten magischen Zwillings von Apep, bei der es wie immer mehrere Möglichkeiten der Umsetzung gibt. Gerade in der Magie kann es NIEMALS EINEN WAHREN und EINZIGEN WEG geben! Dazu gibt es auch einfach viel zu viele Möglichkeiten, ja womöglich Mittel und Wege, die der modernen Magie bisher unbekannt geblieben sind...
Ich selbst bevorzuge die Besprechung der Figur mit den altägyptischen Worten „Fedish Apep“, die mindestens 3 Mal wiederholt werden. Anschließend kann diese mit allen erdenklichen Mitteln traktiert und letztendlich vernichtet werden. Wachs lässt sich beispielsweise sehr gut mit dem Ritualmesser (Athame) zerschneiden. Hierbei ist es empfehlenswert die Zerschlagung des Apep ruhig mit Inbrunst und Emotionen, sowie einer Visualisation dieser epischen Schlacht durchzuführen, was dem Ganzen weitaus größeren Erfolg verleihen wird. Rollenspielern und Schauspielern wird solch ein Treiben sicherlich im höchsten Maß zusagen. Gerne kann man solch ein Ritual auch in einer Gruppe zelebrieren.
Eine weitere Möglichkeit zur Aktivierung der Zwillingspuppe geht mit der Beschwörung eines dafür geeigneten ägyptischen Gottes einher, dem man jedoch als Dank stets Opfergaben darbringen sollte. (Gerade Räucherwerk und Kerzen eignen sich in jedem Fall als Opfer.) Tagsüber kann man Ra höchstpersönlich anrufen, da dieser nur nachts selbst in diesem Kampfe steckt. Zu anderen Zeiten empfehlen sich Sechmet, Osiris, Horus, Isis, Seth und Thoth. Dazu spreche man einfach, nachdem man evenetuell persönliche Vorbereitungen, wie einen Schutzkreis zu ziehen (,was ich zumindest bei Seth empfehle!), getroffen hat: „[Göttername] anach.“ oder „Oh große/r [Göttername], [Ehrenformel mit Nennung der Attribute], ich rufe dich.“ Dies wiederhole man nun, wie üblich, bis die erwünschte Präsenz spürbar wird oder sich anderweitig äußert. Anschließend verweist man deutlich auf die dargebrachten Opfergaben, am Besten mit einer Handbewegung und den Worten „Dies sei dein Opfer, [ggf. Ehrenformel].“. Nun kann man bedenkenlos sein Anliegen (wiederholt) äußern, bis eine magische Wirkung spürbar wird: „Oh große/r [Göttername] bitte lass in diese Puppe/Figur den Lebensgeist einziehen und verbinde sie mit deinem Feind Apep, auf dass sie dessen Zwilling werde.“ Dank ist an dieser Stelle angebracht, bevor Apophis im rituellen Spiel vernichtet wird. Das inbrünstige Zertreten der Figur ist dabei auch eine übliche Praxis. 
Für alle Freunde der Magie der leeren Hand oder handwerklich nicht so bewanderte Magietreibende lässt sich die Herstellung einer Puppe auch völlig umgehen, wofür aber umso mehr Visualisation und magische Suggestion von Nöten ist, denn Gedanken und Willenskraft schaffen erst die gewünschten Realitäten. Dazu visualisiere man deutlich eine Zwillingsfigur des Apep vor sich auf dem Boden, bespreche sie mit den Worten „Fedish Apep“ und trete nun so heftig wie möglich auf diese Schlange ein. Dazu stelle man sich einfach so heftig wie möglich vor einen würde tatsächlich eine tödliche Schlange bedrohen. Wem das schon einmal passiert ist, so wie mir, dem wird das mit Sicherheit nicht schwer fallen. Alle bei denen es nicht beim ersten Mal gelingt beginnen einfach von vorn, bis es schließlich erfolgreich war. So eine Light-Version bietet eine ganz andere Energiequalität, als grobstofflich gebundene Puppenmagie und führt keineswegs zu geringeren Erfolgen. Nun möge jede/r selbst entscheiden, was ihm/ihr am Meisten zusagt.

Viel Erfolg und mögen die alten Götter euer Vorhaben unterstützen!


Bild oben:
Foto + Window Color (Zerschlagung des Apep in Edfu) von Poeta Immortalis samt Bearbeitung


Quellen:

Manfred Lurker: Lexikon der Götter und Symbole der alten Ägypter, Frankfurt am Main 2005, S. 45, 46, 176.

http://books.google.de/books?id=T__kH6Pj4hoC&pg=PA287&lpg=PA287&dq=Zerschlagung+des+Apophis&source=bl&ots=ksKA0xccoZ&sig=OSeVtjwdDk-pVp1vP6_ZCmrhpKA&hl=de&sa=X&ei=GP0kUJ2iKsf3sgav_YDQCA&ved=0CGYQ6AEwAw#v=onepage&q=Zerschlagung%20des%20Apophis&f=false

http://www.aegyptologie.com/forum/cgi-bin/YaBB/YaBB.pl?action=lexikond&id=030515144347&uid=030515144803-030515144347-030519140603-030518112606-030208175213-030515144803

http://www.aegyptologie.com/forum/cgi-bin/YaBB/YaBB.pl?action=lexikond&id=030707141817&uid=030515144803-030515144347-030519140603-030518112606-030208175213-030515144803-030515144347

http://www.thekeep.org/~kunoichi/kunoichi/themestream/apep.html

http://www.wibilex.de/nc/wibilex/das-bibellexikon/details/quelle/WIBI/referenz/13541/cache/3c9d72a0eeaf74e8518c8a7e9124c9a4/





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