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Rekonstruierte/Experimentelle Kulte

Dienstag, 12. Juni 2012

Lieder für die Slawengötter


Musik füllt nicht erste heute das Leben der Menschen mit Sinn und Magie. Gerade der Gesang gehört wohl zu den Urformen rituell-magischer Musik. In seiner Entwicklung wird der Mensch vermutlich zuerst die Macht der Lauterzeugung durch seinen eigenen Körper erfahren haben, bevor es zu einer Nutzung von Werkzeugen zu ebendiesem Zwecke kam. Nach wahrscheinlich anfänglicher profaner Nutzung, nahm die Musik ihre jeweilige Form erst durch die Spiritualität an. Dies kann man daraus ableiten, dass alle heute noch bekannten musikalischen Systeme durch und durch religiös geprägt sind.
So sind in den Kirchtonarten, die bis heute die westliche Musik bestimmen, die Zahlen 8 und 12 bestimmend. Das wiederum sind Anspielungen auf Jesus Christus, der hier numerologisch aus der Zahl 8 abgeleitet wird, sowie dessen (angebliche)12 Apostel. [Wahrscheinlich handelt es sich hierbei eher um im Nachhinein konstruierte Zahlensymboliken, die nichts mit den tatsächlichen Gegebenheiten zu tun haben müssen.] Selbst christliche Kirchen fanden deshalb so oft zur, nach dem Kreuz, bestimmenden Bauform des Oktogons. Eigentlich sind dies jedoch, sowohl in der Architektur, als auch in der Musik, alles Übernahmen aus der griechischen (in der Baukunst vor allem römischen) Antike, die nur christlich uminterpretiert und auf eine innerkirchliche Liturgie angepasst wurden. Ausgehend von der Musik werden zudem auch Verbindungen zum Kirchenjahr gezogen, die dann zum Beispiel in rituellen Gesängen (, wie den Gregorianischen,) umgesetzt wurden.
Doch die Notenschrift ist weder eine griechische Erfindung, noch eine Christliche! Schon im alten Kemet (Eigennahme von Ägypten) gab es seit dem 3. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung ein schriftliches Notensystem. Dabei sind und waren die Zahlen 17 und 24 bestimmend, was dann den typisch orientalischen Klang ausmacht.
Im jeweiligen Kult nimmt die Musik eine (Über-)Trägerrolle ein. Sie wird zum Boten, zum Erwecker von Geistern, Göttern und bewusstseinserweiterten Zuständen. So muss es wohl auch in den alten slawisch-heidnischen Spiritualitäten gewesen sein. Bis heute belegen eine Vielzahl von russischen Volksliedern die Kulte der Göttin Lelja/Ljuli, bei denen der Gesang eine besonders wichtige Rolle gespielt haben muss. Dazu gehören „Die Birke“, „Helles Gesicht, rundes Gesicht“, „Geh heim, meine Kuh“„Kalinka“„Kasanka“ und „Wie Wacholder auf dem Berge“.


Auch Berichte über die alten Slawenstämme beschreiben sie als überaus gesangliebend. Jedoch lassen sich daraus leider nur schwer das Weltbild und die Mythologie erschließen, da im Gegensatz zu den germanischen Stämmen, zusammenhängende Schriftzeugnisse völlig fehlen. Trotzdem lässt sich klar erkennen, dass ihre Götter sehr stark mit Naturphänomenen in Verbindung stehen,  was wiederum den nordischen Göttern (z.B. Thor/Donar mit den Gewalten des Gewitters und Hel/Holle mit dem Schneefall) ähnlich ist. Ebenso sind einige der Slawengötter wohltätig, was durch die Silbe „bog“ kundgetan wird. Andere wiederum wirken sehr destruktiv und werden als „Bjes“ bezeichnet. Solch eine Einteilung in wohlgesinnte, ausgleichende Götter und grausame Wüteriche gibt es auf der ganzen Welt (= „Gleichförmigkeit des Okkulten“ nach Hans Bender), auch ganz unabhängig davon, ob diese Wesen nun seelisch „hell“ oder „dunkel“ ausgerichtet sind. Dabei werden Gottheiten, die gütig zu ihren Förderern, aber gewalttätig gegenüber deren Feinden sind, durchaus als positive Wesen gewertet, wogegen diejenigen, die sich ständig gegen ihre eigene Anhängerschaft wenden sehr berechtigt als negativ-dämonisch angesehen werden. Nur die Christen merken anscheinend nicht, dass sie dabei weltweit die einzige Ausnahme bilden, die weiterhin blind einem folternden „Gott“ Vertrauen und Seele schenkt.
Die Slawen verehrten nicht nur die Götter, sondern auch Naturgeister, wie die Rusalka und Vilen, die in Flüssen, Wäldern und Bergen heimisch waren. In poetischen Werken des Volkes finden diese sich bis heute wieder. Weiterhin kannten die alten Stämme Schicksalsgöttinnen, die Rojenitze, Schutzgeister der Häuser und Felder, sowie verschiedenste finstere Mächte agressiver Natur, wie die Vjed und (die bereits genannten) Bjes. Zumeist hölzerne und pfeilerförmige Götterbilder wurden in heiligen Hainen aufgestellt, wo auch die meisten Riten vollzogen wurden. Weiterhin gab es auch Tempel aus Holz, die von Wallanlagen umgeben waren, wie Kap Arkona (Svantovittempel) auf Rügen und Groß Raden (Radegasttempel).  Das ursprünglich wichtigste Heiligtum der Westslawen war, vor seiner Zerstörung durch die  fränkischen Christen, Rethra (auch dem Gott Radegast geweiht), das jedoch bis heute archäologisch nicht entdeckt werden konnte. Ein Grund dafür könnte sein, dass seitdem durch Anstauung und Trockenlegung die Wasserflächen in Mecklemburg bewusst verändert worden sind, sodass das Heiligtum nun inmitten eines Sees liegen könnte. Auch einzelne Bäume, besonders die Birke, als heiliger Baum der Frühlings- und Liebesgöttin Lelja, Tocher der Erdgottheit Lada, wurden als Sitz bestimmter Götter angesehen und verehrt, was zum Beispiel im Volkslied „Die Birke“ zum Ausdruck kommt. Derartige Bäume durften auf gar keinen Fall gefällt werden, da man damit die schützenden, wohltätigen Götter vertreiben, verärgern und somit großes Unglück heraufbeschwören würde. Die damaligen Slawen bestanden aus unzähligen extrem naturverbundenen, bäuerlichen und traditionell verwurzelten Stämmen, die ihre Kulte und ihr Wissen von einer an die nächste Generation mit eben solchen Gesängen weitergaben. Das hatte vor allem den Vorteil, dass diese sich, auch ohne eine schriftliche Fixierung, sehr gut einprägen ließen. Zudem wohnt, wie bereits erwähnt, auch der Musik selbst magische Kraft inne, die sich in immer wiederkehrenden musikalischen Elementen offenbart. Es muss sich hierbei wohl auch um eine zyklische Ritualistik, orientiert an den Zyklen der Natur, gehandelt haben.
Ein typischer Ritus der Lelja war ein spezieller Liebeszauber, der jedoch niemanden die eigene Liebe aufzwingt (und somit nicht schwarzmagisch ist), sondern eine passende und gewillte Person herbeilockt. Dabei wurden Wacholderzweige, vornehmlich von Mädchen, deren Schützerin Ljuli  ist, gebrochen und auf den Weg gestreut, auf dem die Begegnung stattfinden soll. Bald darauf soll der ersehnte Recke erscheinen. Derartige Riten werden in den russischen Volksliedern „Wie Wacholder auf dem Berge“ und „Helles Gesicht, rundes Gesicht“ ganz oder teilweise beschrieben.
Heilige Opfergaben für die Göttin Lelja waren dabei offenbar der eben erwähnte Wacholder (kalinka) und  die Himbeere (malinka), die ihr als Dank dargereicht worden sind. Besonders deutlich wird dies in dem Segenslied eines Bauern für sein Rind, mit dem Titel „Geh heim, meine Kuh“.
Eine weitere Auffälligkeit in derartigen Liedern sind die immer, gerade im Refrain, wiederkehrenden Worte „Aida Ljuli“, welche zudem stets unübersetzt bleiben. Hierbei handelt es sich um eine Beschwörungsformel für die Göttin selbst. Diese wird oft angerufen, um den Menschen, ganz besonders den Mädchen, in schwierigen Liebesbelangen zur Seite zu stehen und schnelle Besserung zu verschaffen.
Im sogenannten „Kosakenwiegenlied“ finden wir ebenso bis heute noch eine Segensformel für Kinder, welche „bajuschki baju“ lautet und hier speziell auf einen kleinen Kosakenjungen umgemünzt wurde. So könnte man die Suche noch weiter fortsetzen und würde dabei mit Sicherheit auf viele weitere Beispiele für die Erhaltung alten paganen Wissens, gerade in slawischen Liedern, stoßen. Doch auch in anderern kulturellen Einflussbereichen lassen sich ganz ähnliche Phänomene beobachten und offenbaren sich dem aufmerksamen Beobachter schnell.

Auf dass ihr alle solche verborgenen Wissensschätze finden und für euch entdecken könnt!

Zum Abschluss soll es für alle Interessenten noch ein modernes Lied im Stile des Pagan Metal an den solaren slawischen Gott der erwachenden Kraft, Fruchtbarkeit und Natur, Yarilo, geben.



Quellen:

 

http://www.ewetel.net/~lothar.ammermann/slawmythologie.htm
http://www.kaikracht.de/balalaika/songs/byel_not.htm
http://www.kaikracht.de/balalaika/songs/kaza_not.htm
http://www.kaikracht.de/balalaika/songs/kakn_not.htm
http://www.kaikracht.de/balalaika/songs/kali_not.htm
http://www.kaikracht.de/balalaika/songs/spim_not.htm
http://www.kaikracht.de/balalaika/songs/typo_not.htm
http://www.kaikracht.de/balalaika/songs/vopo_not.htm
http://www.linguee.com/german-english/translation/6.+ljuli.html
http://www.mater-dolorosa-lankwitz.de/wiki/musik:ethos_der_kirchentoene
http://www.runen-forum.de/phpBB2/viewtopic.php?t=677
http://www.sagengestalten.de/lex/slawisch.html
http://www.science-at-home.de/wiki/index.php/Lada_%28Slawische_Gottheit%29
http://www.science-at-home.de/wiki/index.php/Lelja
http://www.touring-afrika.de/aegypten/kultur.htm

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