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Rekonstruierte/Experimentelle Kulte

Montag, 7. Mai 2012

Die Kunst der Stichomantie


Die Stichomantie ist eine griechisch-antike Divinations-, also Wahrsagekunst, bei der aus einer Urne Lose oder Zettel gezogen und interpertiert wurden. In der späteren römischen Abwandlung wurde auch aus berühmten Werken divinatorisch ein Vers herausgegriffen (Rhapsodomantie), was sich im Mittelalter dann zu einem (eher weniger) zufälligen Durchblättern und stechen von Buchstellen entwickelte. Besonders beliebt waren dafür hoch gerühmte, umfangreiche oder als heilig angesehene Werke (z.B. von Homer, was Homeromantie genannt wird). Im Christentum bildete sich so das Bibelstechen (Bibliomantie) heraus, das Nostradamus angewandt haben soll. Dies war im Mittelalter die einzig kirchlich zugelassene Divinationsmethode, derer sich selbst der Klerus bediente. Alles Andere stand als heidnische okkulte Handlung unter enorm hoher Strafe. Nicht selten war die Ausübung (zum Beispiel mit Hilfe von Büchern des römischen Dichters Vergil) der Grund für einen Hexenprozess. Doch meist reichte schon der bloße Verdacht, ja die Missgunst eines Nachbars oder einer angeklagten Person, um auf dem Scheiterhaufen zu landen... Dies waren nicht nur für Hellseher und Wahrsager finstere Zeiten.
Die Stichomantie ist eine besonders schnelle Variante der Divination in der eigentlichen Ausführung, die jedoch in der Deutung mitunter sehr kompliziert werden kann. Entgegen häufiger Annahmen ist Divination eben nicht von jeder Person einfach ausführbar. Sie benötigt einen reichen Erfahrungsschatz und jede Menge Übung, um zu einem sinnigen und exakten Ergebnis zu führen.
Gerade auch die Wahl des Buches zur Stichomantie spielt eine entscheidende Rolle, denn nicht jedes ist hierfür geeignet. So sollte man davon absehen Bücher mit zu einseitigem Inhalt und/oder wenig Vokabular stichomantisch zu nutzen. Dagegen sind Lexika, Wörterbücher, ja sogar Telefonbücher (, sofern man Zahlen zu deuten weiß,) geradezu prädestiniert dafür. Es gibt natürlich auch divinatorische Werke, wie das I Ging, die man selbstverständlich auch ohne Stäbchen zu werfen zum selbigen Zwecke nutzen kann. Für die eigene Wahl sollte man ganz auf die eigene Intuition vertrauen. Ob die Edda, ein astrologisches Nachschlagewerk oder das Popol Vuh; dies alles kann erfolgreich zum Ziel führen.
Da wirft sich die Frage auf: Wodurch führt eigentlich die Stichomantie zum Ziel?
Allgemein kann man das mit dem großen, allesumfassenden Geflecht grobstofflicher und feinstofflicher Materie erklären, das uns alle miteinander verbindet. Wir alle ziehen und lenken an fremden Fäden, wo wir nur können und werden so selbst beeinflusst. Wer nicht bewusst die Dinge in die Hand nimmt, der wird  zur Marionette und stößt, ohne es zu wollen, gegen so manche fremde Fäden, taumelt wie ein Traumtänzer umher, zieht mal hier und mal da. Dabei haben die Andersweltlichen einen nicht unwesentlichen Anteil als Puppenspieler zu leisten. Ganz egal, wie man das nun nennen mag: Es ist definitiv kein Zufall.
Die Stichomantie kann uns so Nachrichten über höhere und verborgene Zusammenhänge aus dem Kreise der Fadenzieher liefern oder auch einfach nur necken.
Nachdem das geklärt ist, können wir gleich zur Praxis schreiten. Hierfür sollte man sich eine Frage überlegen und ein Buch aussuchen, das die Möglichkeit bietet, zu diesem Thema Aussagen zu treffen. Diese Frage behält man klar und deutlich im Kopf und schlägt eine Seite auf. Ob man dabei  blättert oder nicht sei jedem selbst überlassen. Auf der aufgeschlagenen Seite sticht man blind mit dem Finger ein Wort, einen Satz, Vers oder Abschnitt heraus. So weit, so gut... doch nun geht es an die Interpretation, die sehr individuell werden kann. Bei Interpretationsschwierigkeiten stehe ich natürlich, wie immer, unter der üblichen E-Mail-Adresse, zur Verfügung.




Quellen

http://de.academic.ru/dic.nsf/conversations/35070/Stichomantie
http://www.enzyklo.de/Begriff/Stichomantie
http://www.nostradamus-bibliothek.de/glossar/stichomantie/

1 Kommentar:

  1. Sternenschweif23. Mai 2012 um 18:31

    Ich habe das manchmal intuitiv verwendet, um Antworten zu suchen, ohne den genauen Begriff dafür zu kennen! Aber eigentlich war es ja zu erwarten, dass ich das nicht "neu" erfunden habe...

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