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Rekonstruierte/Experimentelle Kulte

Montag, 30. April 2012

Meldung: Belteine/Beltaine/Beltane und Walpurgis/Valborg

Skurrile mittelalterliche Vorstellungen...
In diesen Tagen wird das keltische Lichtfest gefeiert und die reinigenden Feuer des Sonnengottes Bel entzündet. Doch auch im germanischen Bereich gibt es ganz ähnliche traditionelle Feste: Die Walpurgisnacht, das Fest der Göttin Walpurga, die im christlichen Mittelalter von einer Heiligenerfindung überschattet wurde. Zu allem Überfluss wurde natürlich in der mittelalterlichen antiheidnischen Propaganda dieses Fest zum Inbegriff des "Bösen" gemacht, worum sich die absurdesten und skurrilsten Vorstellungen rankten. Mit der paganen Lichtsymbolik wurde natürlich auch Luzifer, der christlich negativierte Prometheus, in Verbindung gebracht.  Aus dem mittelalterlich-christlichen Unwissen über die "teuflischen" Wesenheiten, also nicht- und antichristlichen Geistwesen und Götter, wurden in dem Zuge auch so manche fatale und völlig unsinnige Gleichsetzungen gemacht. An alten Heiligtümern, wie auf dem Hexentanzplatz in Thale (Harz) fanden und finden bis heute die traditionellen Walpurgisfestlichkeiten statt. Dort war es üblich mit oder ohne Hilfsmittel, wie zum Beispiel  den sogenannten "Hexensalben" (, deren Hauptbestandteile oft hochgiftige Nachtschattengewächse waren,) in die Welten der Geister zu reisen (= Astralreise, Andersweltreise). Viele der Hexen sollen auch gar nicht körperlich an den Feiern teilgenommen zu haben, sondern sind mit Hilfe der Technik der Astralreise zum Austragungsort gereist. Der Vorteil einer solchen magischen Aktion ist natürlich die geringe Auffälligkeit, denn derartige Treffen waren unter Todesstrafe verboten.

Doch wenden wir uns wieder Beltaine zu:
Hierbei handelt es sich vorrangig um ein Fest der Priesterschaft, der Druiden, die die magischen Riten vollzogen. Für das restliche Volk war es eher ein ausgelassenes Treiben mit Speis', Trank, Musik und Tanz. Oftmals wird dieses Fest am 1. Mai oder in der Nacht davor begangen. Doch die traditionellen Festdaten sind sehr unterschiedlich: Auch am 8., 9.,10., 11.  und  20. Mai wurde das Fest regional begangen. Ein wichtiger Ritus zu Belaine war das Durchtreiben der Viehherden zwischen zwei dem Bel geweihten Feuern, wodurch die Tiere ein Jahr lang vor Krankheit geschützt sind. Auch Menschen können sich durch einen Sprung über das  heruntergebrannte Feuer magisch reinigen. Verliebten Paaren wird durch einen gemeinsamen Sprung  eine glückliche und gesunde Partnerschaft gesichert. Weiterhin wurde ein sogenannter "Korbriese", eine mit Opfergaben gefüllte Strohpuppe, für den Gott Bel verbrannt.

Doch was wird zu Walpurgis gefeiert?
In der Nacht zum 1. Mai wurde in germanischer Tradition von den Magietreibenden, sowie den späteren Hexen, das Ende des Winters, die Vertreibung der Eisriesen aus dem Land, gefeiert. Um diese Vertreibung endgültig zu besiegeln und den Sommer einziehen zu lassen, wurde ordentlich gelärmt, gesungen und getanzt. Auch Maskenspiele, in denen die andersweltlichen Vorgänge nachgestellt wurden, gingen damit einher. Doch nicht nur das allein ist der Grund dieses Festes. Noch bedeutender ist die heilige Hochzeit des Göttervaters Odin/Wotan/Wodan mit Freyja. Dem göttlichen Brautpaar wurden Opfergaben dargebracht, um ein fruchtbares und erntereiches, sowie gesundes Jahr zu sichern.
Auch in Schweden wird dieses Fest in leichter Abwandlung unter dem Namen Valborg begangen.

NebelALLraunen wünscht allen Lesern ein wunderschönes Belteine/Beltaine bzw. Walpurgis!



Quellen:

Le Roux, Francoise; Guyonvarc'h, Christian-J.: Die Hohen Feste der Kelten, Göttingen 1997, S. 105 - 118.

http://www.berel-am-ries.de/seiten/Chronik/Forschungen-bis-808-nChr/germanische-feste.htm
http://www.harzlife.de/event/walpurgis-info.html

1 Kommentar:

  1. Sternenschweif23. Mai 2012 um 18:34

    Danke für diese wertvolle zusammenfassung!

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