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Rekonstruierte/Experimentelle Kulte

Sonntag, 15. April 2012

Lyrik: Was gesagt werden muss – Günter Grass


Israelische Soldaten in Yad Vashem
Auch bei NebelALLraunen soll ein großartiges Werk gewürdigt und kommentiert werden, das zur Zeit in den Medien die Runde macht.
Günter Grass äußert sich in seinem reimlosen Gedicht „Was gesagt werden muss“ offen, ehrlich und kritisch zu den politischen Realitäten und Gefahren dieser Zeit. Als Antwort wird er nun von der politischen Öffentlichkeit sanktioniert und sogar völlig ungerechtfertigt als Antisemit dargestellt. Dabei entwickelt sich zur Zeit alles genau so, dass dieses gelungene Werk nur noch durch die Reaktionen der darin Erwähnten bestätigt wird. Insbesondere Israel zeigt die von Grass kritisierte politische Agression sehr deutlich in dem über ihn verhängten Einreiseverbot.

Analysieren wir das Ganze mal im Detail und machen uns ein paar Gedanken:

Der Autor stellt die rhetorische Frage nach seinem Schweigen über diese lang schon geplanten politischen Vorgänge, die uns immer mehr an die Zeit kurz vor einem Weltkrieg erinnern müssen. Das Schweigen der Medien über derartige Vorgänge ist kein Zufall. Die Anspannung wächst überall. Doch hören wir vielmehr von den Affären irgendwelcher belangloser aufgeputschter „Berühmtheiten“. Werden wir diese totgeschwiegene Katastrophe überleben? Wir werden sehen.
In diesem Gedicht kriegen schon in der zweiten Strophe einige zweifelhafte Personen und Gruppierungen etwas von der Kritik ab: Ahmadinedschad, der gekünstelt jubelnde Mob hinter ihm, was wiederum den Rückschluss auf einen Vergleich mit Hitler zulässt und die israelische Regierung, die sich keineswegs besser verhält. In ihrer „Opferrolle“, die das israelische Volk bis nach den zweiten Weltkrieg prägt, sehen sie sich nun als Rächer. Jeder, der schon einmal in Israel war, so wie ich, der hat selbst gesehen, mit wieviel Freude und teilweise Rächerwahn die jungen Leute dort bereit sind für ihr Land und gegen alle potentiellen Bedrohungen gewaltsam vorzugehen. Diese Mentalität erinnert sehr an den Vorkriegsjubel in Deutschland und war für mich eine erschreckende Erfahrung. Nun soll auf eine Vermutung hin, im amerikanischen Einverständnis und Mitwirken, wieder einmal ein Land voller uralter Kulturgüter dem Erdboden gleich gemacht werden. Die USA haben leider nunmal die unangenehme Angewohnheit sich von bloßen Vermutungen angegriffen zu fühlen... und angezogen von fremden Bodenschätzen. Hätte da nicht der Iran viel eher ein Recht die USA anzugreifen, wo doch alle wissen, dass dieses Land Atombomben besitzt und sicherlich auch auf die nächstbeste „Bedrohung“ ihres Gedankenguts abwerfen würde?! Natürlich hat niemand ein Recht auf Krieg und Gewalt!!! Und niemand dürfte sich anmaßen die Erde besitzen zu können...
In der nächsten Strophe wird noch stärker auf das Problem mit den Atomwaffen gezeigt, wenn auch wieder der Name des Landes, das sie insgeheim und ungeprüft baut, allein der Kombinationsgabe des Lesers überlassen wird.
Grass zeigt die Untat dieses Landes auf und gibt einen weiteren unübersehbaren Hinweis auf Israel. Wenn klare und wahre Worte über dieses Land, weit abseits von Rechtsradikalismus fallen, dann kommt doch immer wieder der große Mundtot-Knebel: Antisemitismus! Die Erbsünde der Deutschen gibt gerade der Wahrheit den Todesstoß. Die Botschaft der westlichen Welt an Deutschland ist klar: Schaut weg und bleibt stumm, wenn Israel den großen Rächer spielen will. Denn die haben ja noch nicht... und vielleicht wartet die USA auch nur auf einen guten Grund wieder ganz groß mitzuspielen, flüstern schon die Geister.
Der Höhepunkt des Ganzen: Zur Vergebung der GEWALTigen Erbsünde schickt Deutschland keine Blumen oder guten Wein: Nein, es muss ein U-Boot sein. Und zwar eine Waffe der ganz extravaganten Sorte: Eine für atomare Massenmorde. Vielleicht ist es auch nur, weil Deutschland sich mit der Massenvernichtung in der Vergangenheit so gut auskannte. Aber kann so etwas je wieder nötig sein?! Löst DAS nicht erst eine NEUE SCHULD aus?
Doch schon wieder verliert sich Grass in schlichtenden Worten. Er will versöhnt bleiben mit dem Land Israel, dessen Politik er kritisiert, was ihm leider nicht vergönnt blieb. Auch im Fall Israel heißt es: Getroffene Hunde bellen... Und dieser Treffer bestätigt auf eindrucksvolle Art und Weise die Rechtmäßigkeit der Kritik.
Wie auch Grass, so habe auch ich nichts gegen die Menschen in Israel, unabhängig von ihrer religiösen Ausrichtung. Es ist ihre destruktive Haltung, die teilweise zur Rächer-Lebenseinstellung wird, die jeglichen noch auf der Erde vorhandenen Frieden bedrohen könnte. Doch nicht nur mit ihrer Vergangenheit in ewiger Suche nach vermeintlich Schuldigen ist diesesVolk in Unfrieden, sondern einige von ihren auch mit der Natur. So sollten diese eindeutig lernen mit der Natur zu leben und nicht gegen sie, denn ich musste auf meiner Reise in dieses Land im Jahr 2007 so manche Müllfelder in der Wüste erblicken... Auch die Wüste lebt, wenn man sie denn lässt.
Bedauerlicherweise wird wohl in großem Umkreis nichts mehr Leben, wenn tatsächlich wieder atomare Sprengsätze gezündet werden sollten, so wie es in Aussicht steht. Nicht nur das: Alle Lebewesen auf der Erde würden dauerhaft und unwiderruflich geschädigt werden. Allen ist dies voll und ganz bewusst. Trotzdem werden weiterhin Atomwaffen und deren Abschussvorrichtungen hergestellt. Allein das ist schon Verbrechen genug.
Doch überall wird geschwiegen, wenn es um krumme Geschäfte geht. Stattdessen werden vermeintlicher „Fortschritt“, die Interessen der Wirtschaft und der Reichen propagiert. Das Geld wird zum Dreh- und Angelpunkt der Welt gemacht und fiktive Scheinwelten darauf aufgebaut, die die Illusion von „Freiheit“ in einer völligen Abhängigkeit und Sklaverei aufrecht erhalten. Dabei ist es doch die Erde, unser blauer Planet und dessen Natur, um die sich alles drehen sollte... und damit auch um den naturverbundenen Menschen und dessen Recht auf Individualität, Vielfalt und wirkliche Freiheit. Stattdessen werden wir Tag für Tag mit offenen und verdeckten Lügen überflutet und überall unterdrückt... und wieder belogen. So viele Lügen, dass so viele Menschen die Wahrheiten nicht mehr sehen können... Und Günter Grass spricht gleich mehrere davon aus.
Meiner Meinung nach, hätte das Gedicht noch viel direkter die Problematiken, die die westliche Welt mit ihrem Verhalten schafft, angesprechen können. Und doch hat es schon in dieser Form so viel Aufsehen erregt und ist auf Missmut der kleinen und großen Zahnrädchen gestoßen...
Mögen auch sie bald die Wahrheiten im dunklen Meer aus Lügen leuchten sehen. Es gibt doch so viele Lichter, die uns Mut machen können.

Nachtrag 03.06.2012:
Und er hatte DOCH, trotz aller Widerworte und Anklagen, RECHT! Der Spiegel berichtet heute davon, dass die aus Deutschland gelieferten U-Boote in Israel mit Atomwaffen bestückt wurden und werden. Israel rüstet mächtig auf und verbeitet Kriegsstimmung... dabei wurden von der israelischen Regierung bis jetzt KEINE der deutschen Forderungen ernst genommen oder gar umgesetzt die agressive Expansionspolitik einzustellen... Die deutsche Regierung macht sich damit mitschuldig an einem baldigen Krieg, der mit Sicherheit unzählige unschuldige Opfer fordern wird!



Quellen:
http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5hZZHI8EnI5Q0_BFHPeZ57vj8qStQ?docId=CNG.b3f56073f939044ccb5a9c9a4dcb0393.51
http://www.sueddeutsche.de/kultur/gedicht-zum-konflikt-zwischen-israel-und-iran-was-gesagt-werden-muss-1.1325809

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