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Rekonstruierte/Experimentelle Kulte

Dienstag, 6. März 2012

Was ist ein Amulett?


In allen Kulturen der Erde werden sie getragen. "Tragen", beziehungsweise "anhaben", das bedeutet auch das arabische Wort „hammala“, woraus später zum Beispiel das lateinische „amuletum“ entstand. So wurde damit wohl jede Art von am Körper getragenen Objekten bezeichnet. Doch warum macht man so etwas?
Ursprünglich, in frühesten Vorzeiten, wurden Relikte aus vergangenen glorreichen Zeiten, besondere Steine und Wurzeln sowie Jagd- und Kriegstrophäen am Körper getragen, um die feinstofflichen Energien und anderen wundersamen Kräfte dieser Objekte aufzunehmen und so nutzen zu können, bzw. um sie so durch die eigenen Körperenergien zu aktivieren oder ihre selbsttätigen Kräfte dem Körper nahe zu haben. Das lateinische Wort trägt diese Funktion schon in seiner Bedeutung: Es fungierte als Kraftspender. Dieses Brauchtum hat sich nach und nach immer weiter entwickelt und es wurden immer ausgefeiltere selbst hergestellte Amulette gefertigt, die schließlich irgendwann auch an Schönheit gewannen, um so auch noch die gesellschaftlichen Vorteile zu erhöhen. So waren schließlich nach Jahrtausenden magischer und handwerklicher Weiterentwicklung schön anzusehende höchst spezialisierte mächtige Werkzeuge entstanden, mit deren Hilfe Dinge vollbracht worden sein sollen, die selbst mit unserer heutigen Technik nicht möglich wären. Sie konnten konstruktive, schützende, wie auch destruktive Effekte gegen Feinde und Konkurrenten haben. 
Doch nicht nur Lebende trugen Amulette: Gerade in den Totenkulten, wie im alten Ägypten, spielten sie eine essentielle Rolle, um den Verstorbenen auf ihrer jenseitigen Reise Schutz, Waffen, Fähigkeiten und Kräfte zu geben diese auch problemlos zu überstehen. Umso reicher jemand war, desto mehr und desto höherwertige Amulette und damit mehr und haltbarere andersweltliche Ausrüstung konnte er sich für sein Nachleben mitgeben lassen. So bekamen viele Pharaonen an jedes Körperteil ihrer Mumie ein Amulett. Die Ägypter überließen nichts dem Zufall. Aber, genau wie ich, glaubten sie auch nicht an Zufälle, sondern eher an Ursache und Wirkung. Und Wirkung hatten und haben ihre geladenen Amulette bis heute. Diese ist umso stärker desto mehr noch davon erhalten ist.
So kann man generell zwei Arten von Amuletten nach der Art der Herstellung und Wirkung unterscheiden:
  1. Mit Zaubersprüchen geladene Amulette und...
  2. unbesprochene Amulette.
Die erstere Version (1.) wurde vor allem von den „Meistern der Amulette“, den alten Ägyptern, bevorzugt, da sie praktisch ewig haltbar und voll funktionstüchtig ist. Für die Herstellung benötigt man zu allererst einen spruchmagischen Zauber, der anschließend entweder, wie es zum Beispiel die Sumerer machten, auf ein Tontäfelchen geschrieben oder mit speziellen Verschlüsselungsverfahren in eine Glyphe umgewandelt und anschließend auf das Amulett aufgebracht wird. Letztere Variante hat den Vorteil, dass das Amulett fast jede beliebige Größe annehmen kann und nicht so unhandlich und schwer sein muss wie eine ganze Schrifttafel. Es ist darauf zu achten, dass der Zauberspruch ein oder mehrere Kraftquellen enthält, die wohl nicht so schnell versiegen werden. Natürlich kann auch jedes beliebige Objekt (der 2. Art) durch Besprechung zur 1. Art gemacht werden.
Ob nun ein Medizinbeutel von den nordamerikanischen Ureinwohnern oder ein Ouanga aus dem Voodoo-Kult (beides Lederbeutelchen, die mit mit heiligen Gegenständen, Kraftobjekten oder anderen Reagenzien gefüllt sind): Diese haben von sich aus oft schon eine starke feinstoffliche Ladung, die zur Verstärkung von Kräften, Fähigkeiten oder Zaubern genutzt werden kann. Wenn sie, wie gewöhnlich, noch besprochen werden, können sie noch stärkere und vielfältigere Kräfte freisetzen.
Ob ein Amulett zur 1. Art gehört kann man entweder als starkes Kribbeln bei Annäherung erspüren oder, wenn man der Astralsicht mächtig ist, als lebendig wirkende Aura um das Objekt wahrnehmen. Möglicherweise kann man die magische Ladung auch auf andere Art und Weise feststellen. Dies bitte ich ggf. als Kommentar zu ergänzen.
Der zweitere Fall (2.) betrifft alle Amulette, die nur die durch Ähnlichkeit transportierte sympathiemagische Kraft eines ehemals bezauberten Objektes, eigene besondere feinstoffliche Ladungen (z.B. eine Jagdtrophäe) oder auch eine ganz gewöhnliche Grundladung des Materials und der Bearbeitung besitzen. Schon von Natur aus haftet jedem Stoff seine ganz eigene natürliche magische Kraft an. Die Bearbeitungen und heiligen Zeichen haben wiederum eine eigene Magie, ein verborgenes Eigenleben, das sein Schöpfer ihm damit einhaucht und das bei Zeichen immer durch Sympathiemagie, ähnlich wie bei puppenmagischen Zaubern, transportiert wird. Da eine Maschine nicht besonders viel Leben bei der Produktion einhauchen kann, empfiehlt es sich bei der Wahl eines Amulettes auf Handarbeiten zu bestehen. Aber selbst als „Amulette“ verkaufte Anhänger aus der Massenproduktion kann man durch verschiedenste Arten der energetischen Ladung aufwerten und so wirksam machen. Das Problem dabei ist nur, dass man das Ganze, je nach Art in einem unterschiedlichen Zeitrahmen, regelmäßig wiederholen muss, da so ein belebtes Amulett auch ähnlich einem kleinen Lebewesen funktioniert: Durch die energetische Zirkulation entsteht eine Aura, also eine Abstrahlung, die einem Energieverlust gleich kommt, aber auch das Wirksame daran ist. Deshalb denkt daran ein solches Amulett zu „füttern“ und davor am Besten zu reinigen. Reinigen kann man ein Amulett zum Beispiel einfach in klaren, fließenden Wasser oder durch das Vergraben in der Erde (,nachdem man es ggf. in ein Tuch eingewickelt hat). Es gibt noch unzählige andere Möglichkeiten, die jetzt zu weit führen würden. Auch die Ladung eines gewöhnlichen Amulettes soll hier nur angerissen werden: Dies kann durch Aufladung mit eigenen Körperenergien, mit Energien des Mondes, der Sonne und anderer Gestirne,, sowie mit Halbedelsteinen, wie zum Beispiel Bergkristall, Amethyst und vielen mehr geschehen.
Bei detaillierteren Ausführungen dazu, sowie Anfragen zur Amulettherstellung (sowohl 1. als auch 2. ist möglich) bitte ich mich einfach unter der bekannten E-Mail Adresse anzuschreiben (poeta-immortalis@web.de)!
Mit der Überrennung Europas durch das Christentum und des Orients durch den Islam findet der große Siegeszug der mächtigen Amulette vorerst ein jähes Ende. Denn nun war auf einmal alles pagane Machwerk verboten und stand vielerorts unter Todesstrafe, falls man denn erwischt wurde. Dadurch verkamen die Amulette überall wo diese großen Eroberungsreligionen tätig waren zu reinen Zierobjekten, als was sie heute auch nur noch von der Mehrheit der Bevölkerung angesehen werden. Es fand durch Christen und Muslime eine plötzliche Abstumpfung und Sinnentleerung statt, die auch alle anderen Lebensbereiche traf. Nur hin und wieder konnten sich durch Tricks und Umdeutungen alte Sitten erhalten. Auch einige Amulette wurden durch die Eroberer kurzerhand umgedeutet, so wie die Hamsa. Zudem entstanden im Christentum auch eigene Amulette, vornehmlich Kreuze, die wohl kaum Wirkung besitzen dürften. Doch dagegen all die magischen Körperbehänge, Ohrringe, Nasenringe und Ähnliches wurden auf einmal zu Statusobjekten und durften nur noch der Schönheit zuträglich sein.

Fazit: Ein Amulett kann ein beliebiges kraftspendendes oder anders magisch wirksames Objekt sein, das am Körper eines Lebenden oder Toten getragen wird. Nach der Christianisierung verkamen durch das Verbot paganen Brauchtums zahlreiche ursprünglich magisch wirksame Gegenstände zu reinen Zierobjekten.


Quellen:

Bonnet, Hans: Amulett. In: Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte, Hamburg 2000, S. 26-31.
Brauneck, Manfred : Religiöse Volkskunst, Köln 1979, S. 301.
Schirner, Markus: Talismane und Amulette, Darmstadt 2009, S. 18,19.
Shanga, Papa: Praxis der Voodoo-Magie, Bürstadt, S. 51-55.
Wallis Budge, E. A.: Egyptian Magic, Leipzig 2003, S. 23, 24.

1 Kommentar:

  1. Ja das stimmt leider mit der Christianisierung.Aber ein Interessanter beitrag muss ich sagen.

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