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Rekonstruierte/Experimentelle Kulte

Dienstag, 31. Januar 2012

Vergessenes Gestern


In näherer Vergangenheit fällt dem aufmerksamen Beobachter, gerade, was die Wissenschaften und die damit verbundenen Lehrmeinungen angeht, auf, dass sich die Fahnen hier ganz schnell nach dem Wind drehen. Gerade für alle, die noch in der DDR gelebt haben, war dies sicherlich sehr deutlich. Von Verbesserung war da für die Meisten keine Rede, wenn auch Spiritualität wieder freier ausgelebt werden durfte. Es gab viel Ungewohntes zu entdecken und mit dem Entdecken kamen dann auch schon wieder neue ganz andere Einschränkungen und Beschneidungen der so laut beschworenen „Freiheit“. Diese „Beschwörung“ der überwiegend atheistischen DDR-Bürger lief wohl leider gründlich schief... Und nach einer Phase der Anpassung an die neuen Gegebenheiten, ging es weiter wie zuvor. Aber Achtung: Nun ist natürlich plötzlich alles, was man früher mal getan hat, falsch oder gar „böse“, da es auf einmal der vorherrschenden politisch geprägten Meinung widerspricht! Und brav machten die Massen mit... Woher kommt diese spontane Amnesie?! 
In wissenschaftlichen Fachkreisen ging es nicht anders zu: Nachdem in der Archäologie der russisch gelenkten Deutschen Demokratischen Republik der größte Wert auf die Slawenforschung gelegt wurde, sind heutzutage auch zahlreiche andere Gebiete interessant geworden. Gerade was religiös-magische Belange angeht, ist nach einer totalen Funkstille auf dem Gebiet langsam ein leichtes Forschungsbedürfnis wach geworden. Nur die breite atheistisch-dogmatische Prägung Ostdeutschlands hindert noch viele Archäologen daran Funde von Kult- und Kommunikationsstätten, wie zum Beispiel den Kreisgrabenanlagen oder Keltenschanzen, aus der Sicht der damaligen alten Zeiten zu betrachten. Teilweise überschreiten die Ansichten einiger religionsfeindlich gesinnter Wissenschaftler sogar die Grenze zum Scheuklappendenken. Hier wird offensichtlich, dass extremer Atheismus fanatischemKatholizismus in einer Vielzahl von Punkten  stark ähnelt: Ein Paradigma wird zum absoluten, unantastbaren Dogma erhoben, neben dem nichts existieren darf. Wer darüber hinaus geht, wird für vogelfrei erklärt und die Ketzerprozesse machen sich breit. 
(Dazu empfehle ich in folgenden Büchern weiterzulesen:
Federico Di Trocchio, Newtons Koffer. Geniale Außenseiter, die die
Wissenschaft blamierten, Frankfurt 1998.
Richard Milton, Verbotene Wissenschaften, Frankfurt 1996)

Eines sollte jedem Wissenschaftler klar sein: Auch sie können niemals objektiv sein. Jede Forschung, ja jede Fragestellung, enthält einen subjektiven Aspekt, der mit den persönlichen Ansichten und Grundanschauungen eng zusammenhängt. Oft spielt auch noch die Ausrichtung der Epoche, deren Lebensphilosophie und politische Lage eine entscheidende Rolle, die eine Forschung alles andere als objektiv macht. Selbst Objektivität kann es so real gar nicht geben, weshalb das eher eine Art Utopie darstellt. Genau aus diesen Gründen spricht man in der Wissenschaft auch vom Paradigma. Mit jedem Umbruch findet dabei ein grundlegender Paradigmenwechsel statt, denn leider sind die Forschungen meist durch eine Bindung an den aktuellen Zeitgeist eingeschränkt, wodurch sogar Ergebnisse verfälscht werden können. Wenn wir uns nichts vormachen, dann sehen wir, dass das auch heute überall anzutreffen ist.
Sogar das Hier und Jetzt wird vergessen, verdrängt, findet keinerlei Beachtung. Denn alle Sinne und Gedanken werden davon fort gelenkt. Man soll nicht darüber nachdenken...
Die Amnesie der Massen kommt durch medial, politisch und heute auch und besonders wirtschaftlich geprägte unterbewusste Beeinflussung, die irgendwann, wenn man sich dem nicht völlig entzieht, die eigene Meinung wird. Menschen werden hier gemacht. Gemacht in unsichtbaren Gefängnissen, gezüchtet und gezüchtigt in Systemen, die Sekten gleich kommen. Ausgebildete Arbeitssklaven, ohne eigenen Willen, ohne Chance auf ein anderes selbst bestimmtes Leben, sind das Ergebnis.
Dieses Phänomen ist nicht neu: Schon seit der Industrialisierung gibt es das in dieser Form und löste damit langsam aber stetig die Rolle der Kirche in dieser Position ab, die immer noch in Drittweltländern, unter dem Vorwand der Nothilfe, selbstbestimmte, ursprüngliche und naturnahe Lebensweisen, uralte heilige Orte, mündliche Überlieferungen und vieles mehr für immer vernichet. Man denke nur an die Buschmnänner in Afrika, deren Lebensräume durch Vorrücken der westlichen Industrien in Zusammenarbeit mit den Kirchen, mehr und mehr geraubt werden. Und die „weißen Teufel“ wüten wieder... und das im unerschütterlichen blinden Glauben, dass der eigene Weg er einzig wahre und richtige sei... Solch zweifelhaften Vorstellungen verfallen jedoch nicht nur fundamentalistische Christen, sondern fast die gesamte westliche Welt, inklusive der, schon mehrfach erwähnten, Wissenschaften.
Besonders fatal ist dabei die Vorstellung eines konstanten, lückenlosen Fortschritts im Laufe der gesamten Menschheitsgeschichte, sozusagen einer innermenschlichen „geistigen Evolution“: Eine Ansicht, die gerade unter extremen Atheisten sehr verbreitet ist. Somit entsteht eine höchst diskriminierende pseudowissenschaftliche evolutionäre Reihe, bei der Polytheismus den Anfang bildet, es dann weiter geht zu Monotheismus und in Atheismus mündet, dem, demnach, Höchsten der Dinge und dieser Entwicklung. Betrachtet man das Ganze jedoch mal anhand der Erkenntnisse historischer Forschungen, so ergibt sich ein ganz anderes Bild: Die frühen polytheistischen Kulturen lebten sehr naturnah oder direkt mit und in der Natur. Es entwickelten sich bei ihnen erstaunliche und heute aus Unwissenheit oft unterschätzte, kulturelle Errungenschaften und Fähigkeiten, die die der Menschen im christlichen Mittelalter und selbst der heute bei Weitem übertrafen. Es ist unbestritten, dass es heutzutage ein unheimliches Problem darstellen würde, Lebensweisen, Praktiken, Gebäude und Ähnliches, so auszuführen, wie es damals getan wurde. Wer das nicht glaubt, kann es selbst gerne einmal ausprobieren. Allein bei den frühesten und angeblich so einfachen Errungenschaften, wie dem Feuermachen ohne künstliche Hilfsmittel scheitert es da schon. Aber keine dieser Entwicklungen lief ohne Unterbrechung ab: Von zahlreichen vernichtenden Katastrophen wird weltweit berichtet, die auch zu einem großen Teil schon heute archäologisch belegbar sind. Mit der Christianisierung in Europa, ist wie überall auf der Welt, wo heute Christen leben, ein plötzlicher totaler Einbruch jeglicher geistiger und kultureller Ausprägung festzustellen. Es scheint so, als hätten die Menschen auf einmal ALLES VERGESSEN! Grund dafür war die systematische Verfolgung und Vernichtung nahezu aller Hüter paganen Wissens durch die römisch-katholische Kirche und ihrer Anhänger. Was blieb war eine große Leere mit der einen totalen Bibellehre, ein paar auf das neue Paradigma umformulierte Sagen, Geschichten und Bräuche im Volk, sowie die Aufzeichnungen einiger weniger interessierter Mönche. Danach konnte es logischerweise nur noch aufwärts gehen... Leider wird dieser wahnsinnig kurze Zeitabschnitt, in Anbetracht der Menschheitsgeschichte, heute nun oft als gesamte Geschichte angesehen. Was vor der Christianisierung war interessiert höchstens noch bis Rom und Griechenland, als frühe Etappen auf dem Vormarsch des Christentums. Im Geschichtsunterricht hört man davor nur noch von den Pyramiden und Pharaonen im alten Ägypten und den Gesetzen König Hammurapis in Babylonien. Letztere waren Übrigens auch eine frühe Grundlage christlicher Rechtsprechung, die die Judäer aus dem babylonischen Exil mitnahmen: Eine Übernahme der radikalsten und freiheitsberaubendsten Gesetze der damaligen Zeit, die sie offenbar sogar befürworteten, wie aus dem Fakt der Übernahme zu schließen ist.
Andernorts sah es zu dieser Zeit unter Heiden sehr viel freiheitlicher aus. In der öffentlichen Meinung hingegen gelten gerade die Kelten, Germanen und Slawen, sowie deren Vorgängerkulturen meist als besonders „primitiv“.
Jeder praktizierende Heide, egal in welcher Form, wird zustimmen können, dass an dem schrecklichen Vorurteil der angeblichen Primitivität polytheistischer Religionsausübung, nichts Wahres ist.
Mit alledem sei nicht gesagt, dass die Evolutionstheorie falsch sei oder gar völlig abzulehnen ist! Nur kann man sie definitiv nicht auf alles beziehen, ohne dass das grausige Folgen hätte... Man denke da nur an den angewandten Sozialdarwinismus im Dritten Reich.
Evolutionäre Prozesse finden und fanden auf jeden Fall zu jeder Zeit statt, nur gab es mit Sicherheit auch immer wieder Rückschritte und Sprünge durch Zeiten großer und schneller Veränderung. Weiterhin wage ich zu behaupten, dass wenn Katastrophen stattfanden, die Auswirkungen nicht automatisch alle Wesen einer bestimmten menschgemachten Kategorisierung getroffen haben müssen, wie auch neuere Entdeckungen totgeglaubter Tiere zeigen: Bestes Beispiel ist die Entdeckung noch lebender Quastenflosser. Auch in vielen anderen Bereichen sind die Vergessens-, oder wohl eher Verdrängungskünste der modernen Wissenschaft geradezu erstaunlich. Da werden weit und breit alte Überlieferungen absichtlich und gekonnt ignoriert um ganz langsam hier und da wieder mal das Rad neu zu erfinden. Und zum Abschluss: Ein Hoch auf unsere „überlegene Wissenschaft und den „ewigen Fortschritt“! Mögen sie alle in Zukunft einfach mal zur Abwechslung mit offenen Augen und ohne geistige Mauern durch die Welt gehen...



Quellen:

Hölscher, Tonio: Klassische Archäologie: Grundwissen, Darmstadt 2006, S. 19.
Richard Milton, Verbotene Wissenschaften, Frankfurt 1996

Federico Di Trocchio, Newtons Koffer. Geniale Außenseiter, die die Wissenschaft blamierten, Frankfurt 1998

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