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Rekonstruierte/Experimentelle Kulte

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Meldung: Julfest/Wintersonnenwende

Heute ist es wieder soweit! Einer der schönsten Tage im Jahr ist gekommen: Das heidnische Julfest, bzw. die Wintersonnenwende in der Nacht vom 21.12. zum 22.12.! NebelALLraunen wünscht damit allen Lesern wunderschöne Festlichkeiten (und ggf. Rituale), egal in welcher Tradition! Möge auch euch zum Beispiel Thor mit seinem von Ziegen gezogenen Wagen besuchen!
Unser heutiges Bild vom Weihnachtsmann entstammt den germanischen Bräuchen, das christlich abgeschwächt, (etwa im 4. Jahrhundert nach unserer Zeitrechnung) uminterpretiert und schließlich von Coca-Cola aufgegriffen, sowie kommerziell rot angefärbt wurde. Ursprünglich erschien wohl der Donnergott Thor in einem blauen Mantel und brachte die Geschenke. Als sein Symbol wurde der Julbock verehrt, indem dieser aus Stroh, Holz oder Tannenzweigen aufgestellt wurde oder als Baumschmuck für  den immergrünen Kultbaum (dem heutigen Weihnachtsbaum) diente. Auch verkleideten sich die Feiernden oft als Ziegen und machten allerlei Späße bei Mahl und Trank. Dem schenkenden Gott und dem Julbock bzw. den Julböcken wurden Kerzen als Opfergabe angezündet, um sie anzulocken, sich zu bedanken und zudem eine festliche und warme Atmosphäre zu schaffen. Zusätzlich wurden auch Leckereien geschenkt und ausgelassen die Sonnenwende gefeiert, nach der die Tage wieder länger werden. Das Wort Jul steht daher auch eng in Verbindung mit dem Sonnenrad. und dessen Wende. Ebendiese Veränderung veranlasste die alten Germanen auch dazu ihre Bündnisse und Eide zu erneuern, damit sie auch im neuen Jahr Bestand haben. Im Gegensatz zu den Römern, bei denen Intrigen fast schon gewöhnlich waren, standen sie zu ihrem Wort, was sie leider auch etwas naiv an fremde Versprechungen herangehen ließ.
Weitere beliebte Bräuche des Julfestes sind das Verbrennen des sogenannten Julblockes und das Verzehren des Julbrotes, das magische Wirkungen haben soll. Bis heute werden Geschenke noch unter dem lauten Ruf "Julklapp" in die Räumlichkeit der Feier geworfen.
Auch die Slawen und Kelten feierten die Sonnenwende voller Freude, genau wie Vorgängerkulturen auf diesem Gebiet schon im Neolithikum. Einen Beleg dafür bietet zum Beispiel die Kreisgrabenanlage von Goseck (Nutzung etwa 4800 v.u.Z.), deren südliche Palisadenöffnungen auf Sonnenauf- und Untergang dieses Tages ausgerichtet sind.




Ihr wollt auch so einen Julbock-Anhänger basteln, wie auf dem Bild?! Ob für dieses oder nächstes Jahr, hier geht es zu einer kurzen Anleitung: http://handgewand.blogspot.com/2011/11/anleitung-fur-julbock-anhanger.html
Ich habe von Anfang an einen Draht eingeflochten, um das Ganze zu stabilisieren. Individuelle Abwandlungen sind hier sehr gut möglich. Ihr habt noch Rückfragen zu dieser Bastelanleitung? Dann schreibt mir einfach und ich helfe euch. 
gez. Poeta Immortalis von NebelALLraunen




Quellen
  • Bertemes, François: Die Kreisgrabenanlage von Goseck: Ein Beispiel für frühe Himmelsbeobachtungen, Menghin, W. (Hrsg.): Astronomische Orientierung und  Kalender in der Vorgeschichte, Internationales Kolloquium vom 9. bis 11. November 2006 im Museum für Vor- und Frühgeschichte, Acta Praehistorica et Archaeologica 40, Berlin 2008, S. 7–14. 
  • Bertemes, François: Die Sonne und ihre Bedeutung im religiös-mythologischen Kontext der Urgeschichte Mitteleuropas, In: Bärnreuther,  A. (Hrsg), Die Sonne, Brennpunkt der Kulturen der Welt, Berlin 2009, S. 94–126.  
  • http://www.berel-am-ries.de/seiten/Chronik/Forschungen-bis-808-nChr/germanische-feste.htm 
  • Fries, Jan: Helrunar, Ein Handbuch der Runenmagie, Bad Ischl 2009, S. 84.

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