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Rekonstruierte/Experimentelle Kulte

Freitag, 11. November 2011

Götterportrait: Re/Ra


Mit der höchsten Gottheit der alten Ägypter, soll die NebelALLraunen Vorstellungsreihe „Götterportrait“ beginnen, in der den Lesern die polytheistischen Gottheiten näher gebracht werden sollen, auf dass sie wieder auf Erden ihren alten Platz wiederfinden mögen.

Das ägyptische Wort Re bzw. Ra bezeichnet direkt die Sonne. Es handelt sich hierbei also um eine zentrale Sonnengottheit, die, eingebunden in die astromythologische Weltsicht des ägyptischen Kulturkreises, mit dieser gleichgesetzt wurde. Ra ist zudem der höchste lichte Herrscher des Himmels und Ordner der Welt. Diese Eigenschaften zeigt er auch sehr stark bei der magischen Arbeit. Es handelt sich um eine ernsthafte, konsequent-strenge, aber auch gütige Gottheit, die viel lenkt und beeinflusst, sowie so wenig wie möglich (und wenn dann nur bei Übertretungen der himmlischen Gesetze und der Weltordnung) angemessen bestraft. Trotz scheinbarer Emotionslosigkeit bei der Ausübung von Pflichten, wirkt dieser Gott auch freundlich und herzlich, distanziert sich jedoch eher von ausschweifenden Verhalten (z.B. ganz im Gegensatz zu der Katzengottheit Bastet). Er ist praktisch ein universeller Ordnungshüter, Beschützer des alten Menschen und aller Wesen in dieser und der jenseitigen Welt. Alle, die jedoch das Gleichgewicht der Kräfte und Energien oder gar die ganze andersweltliche Ordnung stören (zum Beispiel wenn Geistwesen unberechtigterweise Seelen fressen), sollten Ra eher fürchten. Denn wenn sein Auge derartige Ordnungsstörer auf seiner Fahrt in der Sonnenbarke erblickt, so werden diese, gemessen an ihren Vergehen, gerichtet. Jeden Tag überquert er einmal den Himmel in drei Erscheinungsformen: Als Morgensonne, Mittagssonne und Abendsonne. Dabei geht er auch Seelenverschmelzungen mit anderen Gottheiten, wie Amun, Harachte oder Atum ein, die dann ihre Kräfte und Fähigkeiten zu denen Ra's zeitweilig addieren (z.B. als Amun - Re oder Re - Harachte). Nachts geht die Fahrt in der Unterwelt weiter, wobei es wieder zu Götterverbindungen und somit anderen Erscheinungsformen des Ra kommen kann. Die Unterweltreise des Ra hat sich im Laufe der Zeit gewandelt und ist wohl auch jedes Mal etwas anders. Unverändert bleibt jedoch der zentrale Kampf gegen die weltbedrohende Riesenschlange Apophis, den Ra stets gewinnen muss, damit er wieder von seiner Mutter Nut (der Himmelsgöttin) als Morgensonne wiedergeboren werden kann. Diese seelische Assimilation zum Zwecke der Wiedergeburt erfolgt, damit er sich von den Verletzungen des Kampfes erholen kann. In einzelnen Fällen wird Ra's Aufgabe auch von Stellvertretergottheiten übernommen, wenn er diese gerade nicht persönlich ausführen kann (z.B. durch Chepre, Aton, Thoth, Osiris). Die ibisköpfige Gottheit Thoth ist zudem der Wesir des Ra und damit stets mit enorm wichtigen Aufgaben betraut.
Ra ergriff in dynastischer Zeit regelmäßig erwünscht Besitz vom regierenden Pharao, um so über die Menschen zu herrschen und durch den besessenen Körper zu sprechen. Seit der vierten Dynastie bezeichneten sich diese königlichen Medien Re's (Pharaonen) sogar als seine Söhne. Es lässt sich daher vermuten, dass diese Personen tatsächlich seelisch vom höchsten Sonnengott abstammen könnten.
Die Darstellungen Ra's können verschiedenste Formen annehmen, die dessen Attribute, Eigenschaften und Aspekte wiedergeben. Jedoch ist die Geläufigste eine mit Ankh und Was-Zepter (= eine Art Zauberstab und gleichzeitig Waffe – demnach ein Machtzeichen) ausgestattete und prächtig gekleidete menschliche Gestalt mit Falkenkopf, sowie darauf einer goldenen Sonnescheibe mit Uräusschlange .
Das früheste überlieferte Heiligtum des Re in Ägypten stand in der Stadt On, die später auch griechisch Heliopolis genannt wurde.

Fazit: Ra ist ein geradlinig denkender, ordnungsliebender Sonnengott, der die Führung über die Weltordnung innehat und diese auch mit aller Macht verteidigt. Er ist gutmütig und warmherzig zu allen Wesen die mit ihrer Umwelt im Kräftegleichgewicht (Equilibrium) leben wollen und auch nicht anderweitig die Welt gefährden. Folglich ist er auch im Konflikt mit dem Gott der drei großen monotheistischen Religionen (Christentum, Judentum und Islam), sowie dessen Anhängern.

Quellen:
Lurker, Manfred: Lexikon der Götter und Symbole der alten Ägypter, Frankfurt am Main 2010, S. 160.
http://www.archaeologie-online.de/magazin/thema/archaeoastronomie/von-sternen-und-schweinen/seite-1/

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